Berner Eltern wollen Vaterschaftsurlaub einklagen

Acht Wochen zur Erholung für die Mütter, je sechs Wochen für beide Elternteile: Dies soll ein Musterprozess bringen – wenn nötig gegen allen politischen Widerstand und durch alle Instanzen.

Auch Papa soll dem Kind die Flasche geben: Eine Mutter gibt ihrem Säugling einen Schoppen.

Auch Papa soll dem Kind die Flasche geben: Eine Mutter gibt ihrem Säugling einen Schoppen. Bild: Keystone

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Die Schweizer Männer sollen mehrere Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten: Diese Forderung ist nicht neu, erlitt bisher aber immer Schiffbruch. Der Bundesrat wird voraussichtlich nächste Woche verschiedene Modelle für einen Vaterschaftsurlaub vorstellen, lehnt diese aber allesamt ab. Einen anderen Weg als den politischen schlägt nun ein Berner Elterpaar ein, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Unterstützt werden die Eltern von Gleichberechtigungs-Organisationen und Politikern aller Lager.

Mit einem Musterprozess, bei dem sie bis ans Bundesgericht und nötigenfalls sogar bis an den Gerichtshof für Menschenrechte gehen wollen, beabsichtigen die Befürworter des Vaterschaftsurlaubs, diesen gegen politische Widerstände durchzusetzen. Das Berner Elternpaar, in dessen Namen der Prozess angestrengt wird, kann dabei auf das verzweigte Netzwerk «Gleichberichtig» zählen. Dessen Patronatskomitee gehören Nationalräte von SVP, FDP, CVP und SP sowie etwa der bekannte Kinderarzt und Buchautor Remo Largo an.

Sechs Wochen für die Bindung zum Kind

Vor Gericht vertritt die Rechtsanwältin und Titularprofessorin an der Universität St. Gallen, Regula Kägi-Diener, den Fall. Sie fordert für ihren Mandanten einen Vaterschaftsurlaub von sechs Wochen. Dabei argumentiert sie mit dem Mutterschaftsurlaub, der insgesamt 14 Wochen dauert.

Die ersten acht Wochen, während deren für die Frauen ein Arbeitsverbot gilt, dienten der Erholung nach der Geburt, diese stünden zwingend nur den Müttern zu, argumentiert Kägi-Diener laut der «NZZ am Sonntag». Die übrigen sechs Wochen hätten dann vielmehr die Bindung zwischen Mutter und Kind zum Zweck. Es wäre wichtig, dass auch dem Vater eine solche Möglichkeit zusteht, sagt die Juristin.

(mw)

Erstellt: 20.10.2013, 09:07 Uhr

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