Bewaffnete PC-9 als Gripen-Ersatz?

Nach dem Nein zum Gripen schlug der Pilatus-Chef vor, die Schweizer Luftwaffe solle ihre PC-9 bewaffnen. Das Beispiel Slowenien zeigt, wie das funktionieren könnte.

Ausbaufähig? Pilatus PC-9 der Schweizer Luftwaffe bei der Airbase in Emmen. (19. Oktober 2014)

Ausbaufähig? Pilatus PC-9 der Schweizer Luftwaffe bei der Airbase in Emmen. (19. Oktober 2014) Bild: Keystone

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Die Alpenrepublik Slowenien setzt für den ergänzenden Luftpolizei-Dienst bewaffnete Pilatus PC-9M ein. Diese seien besser für die Abwehr von langsam fliegenden Flugobjekten geeignet als die grossen Kampfjets. Die SRF-Sendung «Tagesschau» wirft die Frage auf, ob dieses System ein Vorbild für die Schweiz sein könnte.

Die PC-9M werden laut dem Bericht nach dem Import aus der Schweiz legal aufgerüstet. Sie können mit Maschinengewehren, Bomben, Zusatztanks und Raketen bestückt werden, wie der slowenische Vize-Luftwaffenchef Igor Skerbis gegenüber der «Tagesschau» sagt. Seit 16 Jahren werden die aufgerüsteten Kampfjets zur Unterstützung der Bodentruppen und zum ergänzenden Luftpolizeidienst eingesetzt. Letztmals an einer grossen Nato-Übung im Juni in Slowenien. Bei erhöhter Gefahr gebe es ein Aufgabenteilung: Die Nato-Jets sichern den Luftraum in grosser Höhe, die PC-9 fliegen weiter unten, sagt Luftwaffenchef Bojan Brecelj.

Sicherheitspolitiker finden Idee «interessant»

Nach dem Nein zum Gripen im Mai äusserte Pilatus-Chef Oskar J. Schwenk mehrmals öffentlich die Idee, die Schweizer Luftwaffe könnte ihre Pilatus-Flugzeuge bewaffnen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) hält davon nicht viel: «Ein Vergleich mit der Schweiz als Nicht-Nato-Mitglied ist nicht sinnvoll, weil die Schweiz gerade wegen der geringen geographischen Ausmessungen sehr schnell fliegende Kampfjets einsetzen muss. Für eine Bewaffnung der PC-21 besteht daher kein zwingender Grund und aus heutiger Sicht auch keine Priorität.»

Anders tönt es beim ehemaligen Kampfpiloten und Präsidenten der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates (SiK-NR), Thomas Hurter (SVP/SH). Heute gebe es tatsächlich ein Problem mit langsam fliegenden Flugobjekten wie Drohnen oder Kleinflugzeugen. Da könnte sich Hurter vorstellen, eine Bewaffnung der Pilatus-Flugzeuge zu prüfen. Man müsse aber Kosten und Nutzen im Auge behalten.

Die Zürcher SP-Nationalrätin und ehemalige Präsidentin der SiK-NR, Chantal Galladé, findet die Idee der Bewaffnung der Schweizer Pilatus-Flugzeuge «sehr interessant». «Sicher ist es aus Kostengründen eine interessante Variante. Aber auch sicherheitspolitisch, weil es ein angemessenes Flugzeug wäre. Heute wird der ‹Ferrari› für den Verkehrsdienst benutzt», sagt Galladé gegenüber der «Tagesschau».

Laut Galladé wurde in der SiK-NR noch nie über die mögliche Bewaffnung von Pilatus-Flugzeugen gesprochen. Sie wolle aber das Thema an der nächsten Sitzung der Kommission prüfen – im Rahmen des VBS-Konzepts «Luft». (fko)

Erstellt: 19.10.2014, 20:23 Uhr

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