Bezahlter Vaterschaftsurlaub scheitert

Pech für Väter: Der Nationalrat ist gegen die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs.

«Teure Geste, die wir uns nicht leisten können»: Die Initiative zum bezahlten Vaterschaftsurlaub ist damit vom Tisch.

«Teure Geste, die wir uns nicht leisten können»: Die Initiative zum bezahlten Vaterschaftsurlaub ist damit vom Tisch. Bild: Colourbox

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Der Nationalrat hat eine parlamentarische Initiative zur Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR) mit 97 zu 90 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Diese ist damit vom Tisch.

Candinas hatte vorgeschlagen, den Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) zu finanzieren. Väter sollten während des Urlaubs 80 Prozent des Erwerbseinkommens erhalten, maximal 196 Franken am Tag. Die Kosten von rund 200 Millionen Franken würden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam finanziert. Nach dem gleichen Modell haben Mütter seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub.

Nach Ansicht von Candinas ist die Präsenz der Väter nach der Geburt unerlässlich für einen guten Start ins Familienleben. Ein Vaterschaftsurlaub trage auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. «Er ist für die Familie und die ganze Gesellschaft sinnvoll», sagte Candinas. Bei vielen grossen Unternehmen sei der Vaterschaftsurlaub heute normal. Viele KMU könnten sich das aber nicht leisten.

«Teure Geste, die wir uns nicht leisten können»

Maja Ingold (EVP, ZH) kritisierte, dass die hängige Reform der Altersvorsorge gegen den Vaterschaftsurlaub ausgespielt werde. Wenn man so argumentiere, werde ein solcher nie eingeführt. Der EO-Satz spielt in dem Zusammenhang eine Rolle, weil eine Senkung des EO-Beitragssatzes höhere AHV-Beiträge teilweise kompensieren könnte. Der Bundesrat hat den EO-Satz letzten Herbst von 0,5 auf 0,45 Lohnprozente gesenkt.

Es sei wichtig, dass die Väter von Anfang an ihren Beitrag ans Familienleben leisteten, sagte Kommissionssprecherin Regine Sauter (FDP, ZH). Darum gewährten viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden zusätzliche Freitage. Der Ausbau der Sozialversicherungen liege hingegen «quer in der Landschaft», sagte Sauter. Sie sprach von einer «teuren Geste, die wir uns nicht leisten können». Es liege in der Eigenverantwortung der Familien, sich zu organisieren. (pat/sda)

Erstellt: 27.04.2016, 12:30 Uhr

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