Blocher lässt Studenten-Anfragen unbeantwortet

Nach dem Ausschluss der Schweiz von Uni-Austauschprogrammen der EU versprach SVP-Stratege Christoph Blocher sich der Sorgen von Studenten anzunehmen. Nun kann er den Ansturm nicht bewältigen.

Sagt, er wolle sich politisch für eine Alternative für die Studenten einsetzen - für die Juso ist der Beweis schon erbracht, dass er nichts unternommen habe: Christoph Blocher an einer Parteiveranstaltung in Klingnau AG. (5. Mai 2012)

Sagt, er wolle sich politisch für eine Alternative für die Studenten einsetzen - für die Juso ist der Beweis schon erbracht, dass er nichts unternommen habe: Christoph Blocher an einer Parteiveranstaltung in Klingnau AG. (5. Mai 2012) Bild: Reuters

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Nationalrat Christoph Blocher sieht sich ausserstande, die unzähligen Anfragen von Studierenden im Zusammenhang mit dem Austauschprogramm Erasmus zu prüfen und zu beantworten. Er bat die Waadtländer Jungsozialisten einen entsprechenden Brief auf der Webseite www.helpline-blocher.ch zu veröffentlichen.

«Sie haben mir im Zusammenhang mit dem Programm Erasmus geschrieben. Ich danke Ihnen für die Nachricht», schreibt Blocher an die Adresse der hunderten Stundentinnen und Studenten. Er sei von organisierten Massenmails überschwemmt worden. Es sei offensichtlich, dass es ihm unmöglich sei, diese zu prüfen und im Detail zu beantworten.

Fast tausend Mitteilungen

Die Internetseite www.helpline-blocher.ch hatte schweizweit für Schlagzeilen gesorgt. Fast tausend Mitteilungen gingen beim Alt-Bundesrat ein. Die Flut wurde durch eine Aussage Blochers im Westschweizer Radio RTS ausgelöst: Wenn ein Student Probleme habe, solle er ihm schreiben, hatte der Alt-Bundesrat gesagt. «Ich werde mir anschauen, aus welchem Grund ihr nicht im Ausland studieren könnt und euch helfen.» Die Waadtländer Juso nahm Christoph Blocher darauf beim Wort und lancierte die Webseite.

Im Brief, der am Montag aufgeschaltet wurde, schreibt Blocher weiter, er werde sich auf politischem Weg für Alternativen engagieren.

Die Jungsozialisten werfen in einem Kommentar zum Brief dem Nationalrat vor, er habe nichts für die Studierenden und Forschenden getan. Der Beweis sei erbracht, sagte Juso-Mediensprecher Julien Rilliet auf Anfrage. Der Nationalrat habe angegeben, nur zwei konkrete Anfragen erhalten zu haben. Es gebe aber mehr als 250, hielt Rilliet fest. Er kündigte weiter an, dass die Helpline Mitte Woche abgeschaltet wird. (sda)

Erstellt: 10.03.2014, 20:29 Uhr

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