Bündner fordern zweiten Gotthard-Strassentunnel

Graubündens Regierung ist gegen eine blosse Sanierung der bestehenden Röhre. Sie fürchtet, dass bei den Arbeiten der Umweg über den San Bernardino stark zunimmt.

Die Bündner haben Angst, dass der Gotthard zum Nadelöhr wird: Autos fahren im Tunnel Richtung Süden.

Die Bündner haben Angst, dass der Gotthard zum Nadelöhr wird: Autos fahren im Tunnel Richtung Süden. Bild: Keystone

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Die Bündner Regierung unterstützt die Kantone Uri und Tessin und verlangt vom Bund den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard. Im Falle einer blossen Sanierung der bestehenden Röhre will sie die Lastwagenfahrten auf der San-Bernardino-Route kontingentieren.

Zudem fordern die Bündner bei der Sanierungslösung die Benutzung des Gotthard-Strassentunnels während der Wintermonate. Die Regierung in Chur fürchtet den Umwegverkehr über die San-Bernardino-Achse und hat dem Bund ihre Bedenken mehrfach kommuniziert, wie in ihrer Antwort auf eine Anfrage aus dem Grossen Rat mitteilte.

Bei früheren Sperrungen am Gotthard habe sich gezeigt, dass es aus Sicherheitsgründen problematisch sei, die zweispurige San-Bernardino-Route über längere Zeit mit grösserem Mehrverkehr zu belasten. Erwähnt werden der Gegenverkehr auf der Bündner Nord-Süd-Achse, die Höhenlage, die starken Steigungen, die engen Kurven und die wenigen Möglichkeiten zum Überholen.

Falsches Signal an die EU

Die Bündner Forderung nach einer zweiten Röhre am Gotthard stösst beim Verein Alpen-Initiative auf Ablehnung. Ein zweiter Tunnel würde der EU bloss signalisieren, dass die Schweiz von der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene abrücke.

Deshalb liege es auch im Interesse des Kantons Graubünden, wenn die Schweiz konsequent auf die Verlagerung setze und keine zweite Röhre am Gotthard baue, schreibt der Verein in einer Stellungnahme. Die Alpenkantone schadeten sich langfristig selber, wenn sie nur wegen der Sanierung des Strassentunnels von der Verlagerungspolitik abweichen würden.

Volksabstimmung im Kanton Uri

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat letzten Dezember einen Bericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels vorgestellt. Zur Diskussion gestellt wurden zwei Varianten mit unterschiedlichen Sperrzeiten. Der Bau eines zweiten Tunnels soll aus rechtlichen, finanziellen und zeitlichen Gründen nicht weiterverfolgt werden.

Ein neuer Strassentunnel am Gotthard ist nächstes Wochenende im Kanton Uri Gegenstand einer Abstimmung. Eine Volksinitiaitve der Jungen SVP Uri verlangt die Einreichung einer entsprechenden Standesinitiative beim Bund. Die zweite Röhre soll während der Sanierung der bestehenden in den 2020er Jahren in Betrieb gehen.

Der Gegenvorschlag von Regierung und Parlament sieht ebenfalls eine Standesinitiative für den Bau eines zweiten Tunnels vor. Dafür soll auf die Sanierung des schon gebauten Tunnels verzichtet werden. Was mit ihm geschieht, soll später entschieden werden. (miw/sda)

Erstellt: 09.05.2011, 17:08 Uhr

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