Bund plant befristetes Asylzentrum in Luzern

Auf der Suche nach Asyl-Unterkünften weicht der Bund ins luzernische Nottwil aus: Dort soll ein temporäres Asylzentrum mit rund 180 Plätzen entstehen. Die Bevölkerung wurde am Donnerstagabend informiert.

Muss ersetzt werden: Die Asylunterkunft im luzernischen Schwarzenberg (Bild) schliesst im Dezember. (Archivbild)

Muss ersetzt werden: Die Asylunterkunft im luzernischen Schwarzenberg (Bild) schliesst im Dezember. (Archivbild) Bild: Keystone

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Im Militärspital neben dem Paraplegikerzentrum in Nottwil LU will der Bund Mitte Dezember ein Asylzentrum mit maximal 186 Plätzen eröffnen – befristet für sechs Monate. Am Donnerstagabend ist die Nottwiler Bevölkerung über das Vorhaben informiert worden.

Die geplante Bundes-Asylunterkunft in Nottwil ist als Anschlusslösung an jene in der Truppenunterkunft Eigenthal in der Gemeinde Schwarzenberg LU vorgesehen, welche seit dem 11. Juni 2012 ebenfalls befristet geführt und am 10. Dezember 2012 schliessen wird.

Eröffnung für Mitte Dezember geplant

Das neue Asylzentrum soll Platz für maximal 186 Asylsuchende bieten. Michael Glauser, Sprecher des Bundesamts für Migration (BFM), geht davon aus, dass meistens zwischen 100 und 150 Personen anwesend sein werden. Erfahrungsgemäss würden sich die Asylsuchenden dort zwischen drei und vier Wochen aufhalten, sagte Glauser.

Federführend bei diesem Projekt sind das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und das BFM. Der Kanton Luzern steht ihnen beratend zur Seite. Nun werden die notwendigen Vorarbeiten in Angriff genommen, damit die Unterkunft voraussichtlich Mitte Dezember eröffnet werden kann.

Information «in geordnetem Rahmen»

Am Donnerstag liessen sich laut Glauser zwischen 300 und 400 Personen in Nottwil die Pläne, auch das Sicherheits- und Betreuungskonzept, aufzeigen. Medienschaffende waren an diesem Abend nicht zugelassen.

Glauser sagte im Anschluss an die Veranstaltung auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, es habe viele Fragen gegeben. Auch ein paar kritische Voten seien gefallen. Doch die Veranstaltung sei «im geordneten Rahmen» über die Bühne gegangen.

Es habe sich keine negative Dynamik entwickelt. Vielmehr habe er eine gewisse Solidarität gespürt. Und: «Die Anwesenden erkannten, dass das Asylwesen ein globales Problem ist, für welches man irgendwie Lösungen finden muss.»

Auch bei diesem Vorhaben ist eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Behörden und der lokalen Bevölkerung geplant, die einen laufenden Erfahrungsaustausch pflegen soll. Diese soll sich beispielsweise überlegen, wie die über 100 Leute beschäftigt sinnvoll werden könnten.

Sorgen um die Sicherheit

Bereits am vergangenen Montag, nachdem VBS und BFM die notwendigen Vereinbarungen für die Nutzung der Unterkunft unterzeichnet hatten, informierten diese die Nachbarschaft über das Vorhaben. Die Anwesenden seien teils in einem «Spannungsverhältnis zu Kosten und Sicherheit» gestanden, sagte Glauser. Zur Sicherheit seien aber auch am Donnertag in Nottwil kritische Fragen gestellt worden.

Selbstverständlich aber werde man alles Mögliche unternehmen, um die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten, sagte der BFM-Sprecher. Eine Sicherheitsfirma wird ständig anwesend sein. Die Sicherheitskräfte werden – wenn notwendig – entsprechend verstärkt. Eine hundertprozentige Sicherheit aber gebe es nie, sagte Glauser. (fko/sda)

Erstellt: 21.09.2012, 00:02 Uhr

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