Bundesrat und Nestlé-Chef kaufen den neuen PC-24

Das neue Flugzeug von Pilatus ist heiss begehrt. Bis zum Erstflug im März 2015 muss der PC-24 aber noch verbessert werden.

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Der Bundesrat will künftig auch in einem PC-24 der Pilatus Flugzeugwerke auf Reisen gehen. Bundesrat Ueli Maurer gab den Erwerb am Freitag bei seiner Rede zum Rollout des neuen Business-Jets in Buochs NW offiziell bekannt (wir berichteten). Bis der Jet zum ersten Mal Bundesräte transportieren wird, muss er aber technisch noch verbessert werden.

«Pilatus kämpft derzeit beim neu entwickelten PC-24 mit Gewichtsproblemen», sagte Pilatus-Chef Oscar J. Schwenk an der Medienkonferenz zum Rollout. Man arbeite daran, das Gewicht des Fliegers mit einem Startgewicht von 8 Tonnen weiter zu reduzieren. In einem ersten Schritt sei dies bei den Reifen gelungen. Schwenk zeigte sich zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Weiter erklärte Schwenk, dass Ingenieure versuchten, über Zulieferer von Pilatus an Konstruktionsdaten des neuen Fliegers zu kommen. Dies könne bei der Patentierung von Teilen des PC-24 später zu Problemen führen, wenn Dritte versuchten, aufgrund grober Daten mit eigenen Patentanmeldungen Pilatus zuvorzukommen. Zu möglichen Vorkehrungen sagte Schwenk nichts.

Die Kaufabsicht zwischen der Eidgenossenschaft und den Pilatus Flugzeugwerken sei im Sommer schriftlich festgehalten worden, gab Maurer bekannt. Der Bundesrat will mit dem Business-Jet den kleineren der beiden Bundesratsjets – die in die Jahre gekommene Cessna Citation 560 Excel – ersetzen.

Kostenpunkt: Rund 9 Millionen US-Dollar

Der PC-24 bietet je nach Ausbau bis zu zehn Personen Platz und hat eine Reichweite von 3600 Kilometern. Der Listenpreis für eine Maschine beträgt für die ersten Kunden rund 8,9 Millionen US-Dollar. Die Entwicklungskosten für das neue Flugzeug liegen laut Pilatus-Chef Oscar J. Schwenk bei 500 Millionen Franken. Die Maschinen werden gemäss Pilatus vorerst komplett in Stans fabriziert.

Zu den 84 Erstkunden des PC-24 zählen neben dem Schweizer Bundesrat vor allem Flugzeugverleiher und Chartergesellschaften aus mehreren Ländern. Einen Flieger bestellt haben aber auch die Royal Flying Doctor Service of Australia, die US-amerikanische Umzugsfirma U-Haul und Nestlé-Präsident Peter Brabeck. Die Auftragsbücher bei Pilatus für den neuen Jet sind bis 2019 voll.

In drei Jahren bereit für den Weltmarkt

Der erste Testflug des neuen PC-24 ist für Ende März 2015 vorgesehen. Er soll ab Buochs NW durchgeführt werden und rund zwei Stunden dauern. Derzeit würden an einem Flügel Ermüdungstests durchgeführt, sagte Schwenk.

Die Zulassung des Flugzeugs für den Weltmarkt durch die europäischen und amerikanischen Behörden ist für 2017 vorgesehen. Zuvor soll das Flugzeug während rund 2400 Flugstunden getestet und allenfalls überarbeitet werden. (sw/sda)

Erstellt: 01.08.2014, 17:02 Uhr

Ueli Maurer bestätigt: Der PC-24 von Pilatus wird der neue Bundesratsjet. (1. August 2014)

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