Burkhalters Südsee-Trip für 500'000 Franken

Die sechstägige Dienstreise mit dem Bundesratsjet verschlang eine halbe Million Franken. Günstiger als ein Linienflug, sagt das EDA.

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Didier Burkhalter reiste im Oktober 2013 für Arbeitsbesuche nach Australien, Neuseeland und auf die Südseeinsel Vanuatu. Dafür bestieg der Aussenminister mit vier Mitarbeitern den Bundesratsjet. Ein teurer Trip. Wie der «Blick» und die «Weltwoche» schreiben, kostete die sechstägige Reise rund 500‘000 Franken. Dies gehe aus Unterlagen der Luftwaffe hervor. Allein der Flug mit dem Bundesratsjet Falcon 900 habe 460‘000 Franken verschlungen, heisst es im Bericht. Dazu kamen Vorausflüge in der Business Class von Flugzeugcrews, die an den jeweiligen Destinationen den Bundesratsjet übernahmen sowie weitere Auslagen für die ganze Delegation. Es soll einer der teuersten Arbeitsbesuche sein, die je ein Bundesrat unternommen hat.

Die Zeitung rechnet vor: Die Option Linienflug hätte nur ein Bruchteil gekostet (rund 79‘000 Franken). Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verwarf diese Möglichkeit, obwohl der Privatjet eher ungeeignet ist für solch lange Reisen. Laut dem Flugprotokoll war die Maschine 54 Stunden in der Luft und musste jeweils im indischen Ahmedabad und auf Bali zwischenlanden.

Lieber Dienstreisen als Leerflüge

Das EDA widerspricht. Die Vollkosten seien nicht entscheidend. Vielmehr müsse verglichen werden, wie viel teurer der Flug ans andere Ende der Welt gegenüber einem Leerflug des Bundesratsjets wäre. Die Piloten der Falcon 900 müssen pro Jahr eine gewisse Anzahl an Flugstunden absolvieren. Werden diese mit Dienstreisen nicht erreicht, müssen die Flugkapitäne ohne Passagiere für Rundflüge abheben.

So gerechnet habe Burkhalters Südsee-Reise nur Mehrkosten in der Höhe von 46‘000 Franken verursacht, heisst es beim EDA. «Es ist deshalb eindeutig günstiger, einen Bundesrat mit dem Bundesratsjet reisen zu lassen», sagt Sprecher Jean-Marc Crevoisier zum «Blick». Auch habe die Option Falcon 900 mehr Flexibilität sowie eine raschere Rückkehr erlaubt. (dia)

Erstellt: 02.07.2015, 09:09 Uhr

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