Cannabis-Studie erzielte gute Resultate

Eine vom Bundesamt für Gesundheit finanzierte Studie zeigt gute Resultate beim Einsatz von Cannabis gegen Schmerzen auf. Dies soll Einfluss auf die Bewilligungspraxis haben. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

In gewissen US-Bundesstaaten als Medizin legal erhältlich: Marijuana-Produkte und Utensilien werden an der «Cannabis World Congress Expo» in New York ausgestellt. (19.Juni 2015)

In gewissen US-Bundesstaaten als Medizin legal erhältlich: Marijuana-Produkte und Utensilien werden an der «Cannabis World Congress Expo» in New York ausgestellt. (19.Juni 2015) Bild: Andrew Burton/AFP

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Cannabis zeigt bei chronischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen eine gute Wirkung. Dasselbe gilt für Krämpfe, die durch Multiple Sklerose ausgelöst werden. Das zeigt eine vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanzierte Studie, welche die medizinische Anwendung von Cannabis untersucht hat.

Das Resultat will das BAG bei seiner Bewilligungspraxis berücksichtigen. Der Konsum von Cannabis sei in der Schweiz verboten, für eine beschränkte medizinische Anwendung könne das BAG jedoch Ausnahmebewilligungen erteilen, schreibt der Bund in einer Mitteilung.

Um solche Ausnahmebewilligungen noch zielgerichteter ausstellen zu können, hat das Amt eine Studie über die positiven wie auch negativen Auswirkungen des medizinischen Gebrauchs von Cannabis in Auftrag gegeben. Für diese systematische Übersicht wurden 79 klinische Studien mit insgesamt über 6000 Teilnehmern untersucht und statistisch analysiert.

Nicht für Patienten mit Angstsymptomen

Die nun veröffentlichte Studie kommt zum Schluss, dass die Einnahme von Cannabis mit einer Linderung von Symptomen einhergeht, aber eine Wirkung nicht für alle untersuchten Indikationen statistisch belegt werden kann.

Gute Belege bestehen für die Wirksamkeit von Cannabis bei der Behandlung von chronischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen sowie bei Muskelkrämpfen infolge Multipler Sklerose. Bei Übelkeit als Nebenwirkung einer Chemotherapie, bei Gewichtszunahme von Aidskranken, bei Schlafstörungen sowie dem Tourette-Syndrom zeigten sich positive Auswirkungen, die jedoch statistisch schlecht untermauert waren.

Bei Angstsymptomen ist Cannabis am wenigsten wirksam. Als kurzfristig auftretende Nebenwirkungen der Cannabis-Gabe wurden Symptome wie Mundtrockenheit, Müdigkeit, Übelkeit oder Schläfrigkeit festgestellt.

Die Studienergebnisse zeigten insgesamt ein vielversprechendes Heilmittelpotenzial von Cannabis, befindet das Amt. Es werde sie bei der künftigen Vergabe von Ausnahmebewilligungen einfliessen lassen.

Experten warnen

Vor einer vorschnellen Zulassungspraxis warnen jedoch die Mediziner Deepak Cyril D'Souza und Mohini Ranganathan von der Yale University School of Medicine in einem Begleitkommentar in JAMA. «Falls medizinisches Marihuana ein Deckmantel für eine schleichende Legalisierung ist, dann sollte die medizinische Gemeinschaft aus dem Spiel gelassen werden», schimpfen sie.

«Wenn Marihuana umgekehrt aber für medizinische Anwendungen zum Einsatz kommen soll, ist es unklar, warum der Zulassungsprozess anders sein soll als bei anderen Medikamenten», schreiben die Ärzte. Um einen Einsatz zu rechtfertigen, seien Doppelblindstudien mit zufällig ausgewählten, genügend grossen Stichproben notwendig, um die kurz- und langfristige Sicherheit zu überprüfen.

Die Bundes- und Nationalstaaten sollten die Forschung mit medizinischen Cannabis fördern, fügen D'Souza und Ranganathan hinzu. «Da medizinisches Marihuana keine lebensrettende Intervention ist, könnte es klug sein, auf gute Daten für einen geregelten Zulassungsprozess zu warten - bevor es in grossem Umfang eingesetzt wird.» (slw/SDA)

Erstellt: 23.06.2015, 17:08 Uhr

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