Das System Rega

Die Rega ist ungemein populär: 2,4 Millionen Gönner unterstützen sie. Doch wie bei manchen anderen Stiftungen hapert es mit der Transparenz.

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Die aktuelle Debatte bringt die Schweizerische Rettungsflugwacht, kurz Rega, in die Bredouille. Da sie sich mehrheitlich über Spenden finanziert, ist sie auf Goodwill angewiesen. Letztes Jahr hat die gemeinnützige private Stiftung 83 Millionen Franken an Gönnerbeiträgen und Spenden erhalten, das entspricht 60 Prozent aller Einnahmen. Die Zahl der Gönner beläuft sich auf stolze 2,4 Millionen. Den Rest der Einnahmen trugen Kranken-, Unfall- und Reiseversicherer bei, indem sie für geleistete Einsätze zahlten. Insgesamt spülten sie so weitere 56 Millionen Franken in die Kassen.

Gegründet wurde die Rega 1952 in Twann. Über 300 000 Einsätze hat sie seither organisiert. Dabei unterscheidet die Stiftung zwischen Primär- und Sekundäreinsätzen. Bei einem Primäreinsatz bringt die Rega medizinische Hilfe direkt an den Ort des Unfalls, zum Beispiel zu einem verunglückten Wanderer in den Bergen. Ein sekundärer Einsatz ist etwa, wenn ein Rega-Helikopter ein Frühgeborenes von einem Spital in ein anderes fliegt oder wenn ein Ambulanzjet eine kranke Person aus dem Ausland zurück in die Schweiz transportiert.

Gönner sind verärgert

Insgesamt verfügt die Rega über 12 eigene Einsatzbasen und eine Partnerbasis in Genf. Die Basen sind allerdings nicht von 1 bis 13 durchnummeriert, sondern von 1 bis 15, weil die Nummern 11 und 13 fehlen. Die Erklärung ist einfach: Die Zahl 13 wird in der Luftfahrt aus Aberglauben generell gemieden, ebenso früher die 11, weil sie leicht verwechselt wurde. Das Ziel ist es laut Rega, «jeden möglichen Einsatzort in der Schweiz mit Ausnahme des Kantons Wallis innerhalb von 15 Flugminuten zu erreichen». Das Wallis fliegt sie nicht an, weil dort von jeher Air-Glaciers und Air Zermatt die Luftrettung übernehmen.

Auch wenn die Rettungsflugwacht in vielem Spitzenleistungen erbringt, bei der Transparenz erhält sie keine Bestnote: Die Stiftung weist nicht aus, wie viel ihr CEO Ernst Kohler verdient. Manchen Gönner verärgert das. Bekannt ist immerhin, dass Stiftungsratspräsident Ulrich Graf eine Entschädigung von 90 000 Franken (inklusive Spesen) erhält.

Erstellt: 26.07.2013, 13:08 Uhr

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