Das sagen ihre Freunde und ihre Gegner

Eveline Widmer-Schlumpf hat in acht Jahren mit vielen erfolgreich zusammengearbeitet – und sich einige Feinde gemacht.

Nicht die besten Freunde: Toni Brunner und Eveline Widmer-Schlumpf an den Von-Wattenwyl-Gesprächen (18. November 2011).

Nicht die besten Freunde: Toni Brunner und Eveline Widmer-Schlumpf an den Von-Wattenwyl-Gesprächen (18. November 2011). Bild: Peter Schneider/Keystone

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Toni Brunner, SVP-Parteipräsident

«Der Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf ist keine Überraschung. Er ist eine Chance für die Schweiz. Eine Chance für mehr Stabilität und Normalität. Nun kann der Bundesrat wieder so zusammengesetzt werden, wie es gemäss der jahrelangen Konkordanz Usus war: je zwei Sitze für die drei grössten Parteien, ein Sitz für die viertgrösste Partei. Eveline Widmer-Schlumpf war eine Bundesrätin, die gegen den Willen ihrer Partei ins Amt kam. Darum war das Verhältnis mit ihr immer schwierig. Ich wäre jetzt nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, dass ich von ihrer Amtsdauer begeistert war.»

Philipp Müller, FDP Parteipräsident

«Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat offensichtlich die Konsequenzen aus den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober gezogen. Denn da ist der Wähleranteil der BDP auf nur noch 4,1 Prozent zurückgefallen. In den vergangenen Wochen wurde Eveline Widmer-Schlumpf zudem wahrscheinlich bewusst, dass es nach dem Wegbruch ihrer Wählerschaft sehr knapp werden würde. Ich denke dabei in erster Linie an die Teile der CVP, die der SVP nun einen zweiten Bundesratssitz gewähren wollen.»

Thomas Sutter, Bankiervereinigung

«Die Schweizerische Bankiervereinigung hatte mit Eveline Widmer-Schlumpf in den letzten fünf Jahren eine dossierstarke Gesprächspartnerin, zu der wir guten Zugang hatten. International hat sie die Interessen der Schweiz und des Finanzplatzes konsequent vertreten. Sie hat früh erkannt, dass sich der automatische Informationsaustausch als internationaler Standard durchsetzen wird, hat diesen Weg eingeschlagen und die Schweiz gut positioniert. Bei anderen Dossiers, wie bei der Neuausrichtung des Finanzplatzes und bei Steuerdossiers, vermissten wir klare strategische Visionen.»

Barbara Janom Steiner und Eveline Widmer-Schlumpf an der BDP-Delegiertenversammlung in Gossau (25. April 2015, Bild: Keystone).

Barbara Janom Steiner (BDP), Bündner Finanzdirektorin

«Es ist ein persönlicher Entscheid unserer Bundesrätin, der zu respektieren ist. Ich verstehe es natürlich, bedaure aber den Rücktritt sehr. Eveline Widmer-Schlumpf war eine herausragende Bundesrätin und eine kompetente Finanzministerin mit einem ausgezeichneten Leistungsausweis. Gleichzeitig erwarte ich nun, dass eine ebenso kompetente Person als Nachfolger oder Nachfolgerin gewählt wird – in vollem Bewusstsein, dass dies sehr schwierig sein wird.»

Peter Hegglin (CVP), Präsident Finanzdirektorenkonferenz

«Aus Sicht der Kantone bedaure ich den Rücktritt von Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sehr. Sie wird als eine Bundesrätin in die Geschichte eingehen, die massgeblich die finanz- und steuerpolitischen Eckwerte der Schweiz neu definierte. Sie war eine fundierte Sachpolitikerin. Die Kantone hatten mit ihr eine kompetente Ansprechperson, die aufgrund ihres Werdegangs ihre Anliegen bestens kannte. Sie war auch immer bereit, an unseren Konferenzen teilzunehmen, Anliegen aufzunehmen oder die Haltung des Bundesrats darzulegen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.10.2015, 22:00 Uhr

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