Den Glarnern steht ein Super-Wahljahr bevor

Eine neue Regierung und ein Nachfolger für den verstorbenen Ständerat Pankraz Freitag: Im Kanton Glarus werden 2014 die politischen Karten neu gemischt.

Sein Nachfolger stammt entweder aus der FDP oder aus der BDP: Der im Oktober plötzlich verstorbene Ständerat Pankraz Freitag. (13. März 2012)

Sein Nachfolger stammt entweder aus der FDP oder aus der BDP: Der im Oktober plötzlich verstorbene Ständerat Pankraz Freitag. (13. März 2012) Bild: Keystone

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Im Kanton Glarus erfolgt am zweiten Januar-Sonntag die Ouvertüre zum Super-Wahljahr 2014. Die Stimmberechtigten sind zu einer Ersatzwahl in den Ständerat aufgerufen und können zwischen zwei bürgerlichen Politikern wählen: Thomas Hefti von der FDP und Martin Landolt von der BDP.

Der Schock und die Trauer im Glarnerland und darüber hinaus waren gross, als sich Anfang Oktober die Nachricht vom plötzlichen Tod des Glarner FDP-Ständerates Pankraz Freitag verbreitete. Freitag, ein ehemaliger Glarner Regierungsrat, löste 2008 Fritz Schiesser in der kleinen Kammer ab.

Die Nachfolge von Freitag um den zweiten Glarner Ständeratssitz neben jenem von This Jenny (SVP) machen zwei bürgerliche Politiker unter sich aus – Mann gegen Mann. Der Wahltag vom 12. Januar bildet den Auftakt in ein Glarner Super-Wahljahr, in dem die kantonalen sowie die kommunalen Behörden und Institutionen neu bestellt werden.

Der ruhige Konservative

Die Glarner Freisinnigen verteidigen den Sitz in der kleinen Kammer mit dem 54-jährigen Juristen Thomas Hefti. Der Sohn des langjährigen Ständerates Peter Hefti hat die Politik gleichsam mit der Muttermilch eingesogen. Nicht nur sein Vater engagierte sich politisch, sondern auch sein Grossvater und sein Urgrossvater sassen in der Glarner Kantonsregierung.

Hefti präsidiert Glarus Süd, die flächenmässig grösste Schweizer Gemeinde. Er beteiligt sich am 9. Februar aber nicht mehr an den kommunalen Erneuerungswahlen und tritt vom Präsidentenamt zurück. Seit 2008 politisiert Hefti im Landrat, dem Glarner Kantonsparlament.

Die FDP bezeichnet ihren Kandidaten als einen Mann, der immer «die Sache vor die Eigenprofilierung stellt». Andere sprechen von einem ruhigen und konservativen Politiker, dem Föderalismus, Eigeninitiative und Eigenverantwortung sehr wichtig sind.

Der smarte Banker

Heftis Gegner heisst Martin Landolt. Der 45 Jahre alte Banker, Nationalrat und Präsident der BDP Schweiz surft auf einer Erfolgswelle. Begonnen hat Landolts Aufstieg zu nationaler Bekanntheit Mitte 2008, als er der SVP den Rücken kehrte und mit sieben Glarner Kantonsparlamentariern die «Liberale Fraktion» gründete, aus der später die BDP hervorging.

Der BDP im Bundeshaus verhalf Landolt durch seine Wahl in den Nationalrat im Februar 2009 zu Fraktionsstärke. Landolt ist hervorragend vernetzt und setzt im Wahlkampf auf die sozialen Medien, während Hefti einen konventionellen Wahlkampf mit Plakaten und Inseraten führt.

Allenfalls noch eine Nationalratswahl

Glarnerinnen und Glarner wählen bei der Ersatzwahl ins «Stöckli» weniger ein Programm als vielmehr eine Person. Denn politisch liegen die beiden Kandidaten nicht weit auseinander.

Der vielleicht signifikanteste Unterschied schält sich in der Energiepolitik heraus. Während Landolt den Atomausstieg mit Nachdruck befürwortet, will Hefti die Schweizer Kernkraftwerke nicht vorzeitig abschalten.

BDP-Kandidat Martin Landolt geht mit einem Auffangnetz in die Ersatzwahl. Im Falle einer Niederlage bliebe er Nationalrat. Gewinnt Landolt die Ausmarchung und wechselt die Parlamentskammer, dann müssen die Glarnerinnen und Glarner dieses Jahr auch noch einen neuen Nationalrat oder eine neue Nationalrätin wählen.

Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 26. Januar statt. (fko/sda)

Erstellt: 02.01.2014, 11:32 Uhr

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