Der Fünfräppler soll überleben

Eine Milliarde Fünfräppler beschweren in der Schweiz die Portemonnaies. Der Bundesrat will an der Münze festhalten. Der Grund: Kein anderes Geldstück werde so häufig bei der Nationalbank bestellt wie der Fünfer.

Bevölkerung und Wirtschaft benötigen gemäss Bundesrat den Fünfräppler: Die Münze in einer Nahaufnahme. (Archivbild)

Bevölkerung und Wirtschaft benötigen gemäss Bundesrat den Fünfräppler: Die Münze in einer Nahaufnahme. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Fünfräppler soll nicht abgeschafft werden. Der Bundesrat hält nichts davon, die Münze mit dem geringsten Wert aus dem Verkehr zu ziehen. Er lehnt einen entsprechenden Vorstoss ab.

Der St. Galler Nationalrat Roland Büchel (SVP) verlangt die Ausserverkehrsetzung des Fünfers, weil dieser im Zahlungsverkehr fast keine Bedeutung mehr hat. Automaten akzeptierten ihn schon lange nicht mehr, hält Büchel fest. Die rund eine Milliarde Fünfräppler beschwerten damit lediglich unnötig die Portemonnaies oder würden gehortet.

Der Bundesrat sieht dies anders. Keine Münze werde in der Schweiz so häufig bei der Nationalbank bestellt wie das Fünfrappenstück, schreibt er in einer heute publizierten Antwort auf die Motion. Daraus zieht er den Schluss, dass Bevölkerung und Wirtschaft den Fünfräppler benötigen und verwenden. Er lehnt die Abschaffung deshalb ab.

Kein Verlustgeschäft mehr

Im Gegensatz zu früher kostet es heute laut Bundesrat etwas weniger als fünf Rappen, die Münze herzustellen. Die Produktion ist daher auch kein Verlustgeschäft mehr. Sollte sich dies wieder ändern, will der Bundesrat über die Bücher gehen.

Allerdings geht die Regierung davon aus, dass es 35 bis 50 Millionen Franken kosten würde, die Münzen bei einer Abschaffung zurückzukaufen. Hinzu kämen der logistische Aufwand für den Rückkauf, die Kosten der Vernichtung der Münzstücke sowie der Aufwand für die Privatwirtschaft, die beispielsweise ihre Informatiksysteme umstellen müsste.

Der Fünfräppler soll somit nicht dem Schicksal des Einräpplers folgen, der auf Anfang 2007 abgeschafft worden war. Am Fünfräppler wollte damals eine knappe Mehrheit festhalten. Das Zweirappenstück gibt es seit Anfang 1978 nicht mehr. Zur Motion äussert sich als Nächstes der Nationalrat. (rbi/sda)

Erstellt: 10.05.2013, 16:08 Uhr

Artikel zum Thema

Nationalbank mit elf Milliarden Gewinn in drei Monaten

Die grossen Währungsreserven und Aktienpakete spülen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) viel Geld in die Kasse. Im ersten Quartal erzielte sie einen Gewinn von 11,2 Milliarden Franken. Mehr...

Jordan handelt aus Notwehr

Analyse Der Präsident der Nationalbank kritisiert die Goldinitiative der SVP. Darf er sich in die Politik einmischen? Ja, er muss es sogar. Weil das Volksbegehren ökonomisch keinen Sinn macht. Mehr...

«Diese 30 Prozent Gold müssen ebenfalls in die Schweiz zurück»

SVP-Nationalrat Luzi Stamm, einer der Väter der Goldinitiative, über die Einmischung der Nationalbank in den Abstimmungskampf. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Paid Post

Bereit für die Ferien?

Die Ferien sind gebucht, die Vorfreude gross – doch was ist mit Impfungen oder Medikamenten? Mit einer Reiseberatung ist man sicher gut gewappnet.

Die Welt in Bildern

Adieu und Adiós: Die Matrosen des mexikanischen Segelschulschiffs Cuauhtémoc haben für die grosse Parade auf der Seine die Masten erklommen. Die Fahrt zum Meer bildet den Abschluss der Armada von Rouen, eine der wichtigsten maritimen Veranstaltungen Frankreichs. (16. Juni 2019)
(Bild: Charles Platiau) Mehr...