Der Kämpfer für sprachliche Minderheiten

CVP-Nationalrat Dominique de Buman wird als Nationalratspräsident der formell höchste Schweizer. In seiner Karriere musste er jedoch schon einige Tiefs überwinden.

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Nach drei Jahrzehnten politischer Tätigkeit wird Dominique de Buman mit 61 Jahren zuoberst auf dem Bock sitzen. De Buman, früherer Präsident von «Helvetia Latina», ist ein engagierter Kämpfer für die sprachlichen Minderheiten im Land und für die Anliegen der «Lateiner». Tourismus ist ein weiteres seiner bevorzugten Themen. Er ist Präsident des Schweizer Tourismus-Verbandes und von Seilbahnen Schweiz.

Bekannt ist de Buman als Draufgänger und auch als Kommunikator, und er gibt sich seinem Kanton sehr verbunden. In den 1990-er Jahren kämpfte er gegen die Schliessung der Bierbrauerei Cardinal in Freiburg durch Feldschlösschen. Mit der Kampagne wurde erreicht, dass der Betrieb noch einige Jahre bestehen bleiben konnte.

Für Schlagzeilen sorgte er auch mit seiner Forderung nach einem Verbot von Einwegplastiksäcken. Das Parlament verzichtete zwar am Ende darauf, die weissen Säckchen zu verbieten. De Bumans Motion trug aber wesentlich dazu bei, dass die Branche selbst aktiv wurde. Die meisten grossen Detailhändler geben die Säckchen in der Zwischenzeit nicht mehr gratis ab.

Sprung nach Bern

Seine politische Karriere begann der ausgebildete Jurist im Alter von 30 Jahren. 1986 wurde er Mitglied der Freiburger Stadtregierung und des Freiburger Grossen Rates, des Kantonsparlaments. Zehn Jahre war de Buman zudem Stadtammann von Freiburg. 2003 schaffte er mit der Wahl in den Nationalrat den Sprung nach Bern. Drei Mal wurde er seither wiedergewählt, und in mehreren Kommissionen arbeitete er mit. Es waren und sind die Wirtschaftskommission, die Bildungskommission und die Geschäftsprüfungskommission.

Von 2004 bis 2016 war de Buman Vizepräsident der CVP. Er hat ein moderates Profil, das dem sozialen Flügel der Christlichdemokraten entspricht. Zuweilen ficht er alleine gegen den liberalen Flügel der CVP.

Enttäuschungen

Seine Karriere ist gezeichnet von Hochs und Tiefs. Zusammen mit anderen war er verwickelt in die Freiburger Pensionskassenaffäre. Die Kasse hatte er von 1991 bis 2004 geleitet. Die Justiz befand, dass er nachlässig gehandelt hatte. Aber da die Vorfälle verjährt waren, eröffnete sie kein Verfahren.

2006 löste de Buman mit einer verbalen Entgleisung Unverständnis aus. Für die Aussage, dass die Freiburger Gesellschaft «komplett verdorben» sei, entschuldigte er sich später und erklärte sie mit negativen Gefühlen, die mit der Kritik an seiner Führung der Pensionskasse der Stadt Freiburg zu tun hätten.

2009 trat er - zur Überraschung seiner eigenen Partei - nach dem Rücktritt von FDP-Bundesrat Pascal Couchepin zur Bundesratswahl an. Doch die Christlichdemokraten bevorzugten einen anderen Freiburger für die Kandidatur - den deutschsprachigen Ständerat Urs Schwaller.

Sechs Jahre später erlebte Dominique de Buman eine weitere Enttäuschung: 2015 wollte er Nachfolger von Schwaller im Ständerat werden. Aber die Delegierten der Freiburger CVP wählten nicht ihn, sondern den damaligen Staatsrat Beat Vonlanthen. (sep/sda)

Erstellt: 20.11.2017, 13:23 Uhr

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