Der Weg des Geldes
Soeben ist die Rechnung für die direkte Bundessteuer eingetroffen. Wo landen unsere Abgaben?
Die direkte Bundessteuer
Für den Bund ist die direkte Bundessteuer (DB) ein Segen, denn sie ist die zweitwichtigste Einnahmequelle nach der Mehrwertsteuer. 2011 hat die DB 17 891 Millionen Franken in die Bundeskasse gespült, deutlich mehr als beispielsweise die Mineralölsteuer. Insgesamt betrugen die Fiskaleinnahmen des Bundes gegen 59 Milliarden Franken; davon machte die DB rund 30 Prozent aus. Sowohl natürliche als auch juristische Personen (Firmen) müssen DB zahlen. 2011 haben die natürlichen Personen 9655 Millionen Franken oder 54 Prozent beigesteuert. Die 84 976 Personen mit einem steuerbaren Einkommen von 200 000 Franken und mehr haben 46,8 Prozent der DB bezahlt – sie dürften die hohen Rechnungen eher als Fluch empfunden haben (für ein steuerbares Einkommen von 100 000 Franken schuldet man 1992 Franken, für 300 000 Franken bereits 12 659 und für 1 Million 115 000 Franken). Die übrigen 3 337 234 Steuerpflichtigen kamen deutlich günstiger weg.
Wie der Bund unser Geld verwendet ...
Anders als die Mehrwertsteuer (bei der ein Teil zur Finanzierung der Invalidenversicherung verwendet wird) ist die direkte Bundessteuer nicht zweckgebunden. Allerdings kann der Bund nicht den ganzen Betrag von 9655 Millionen aus der Besteuerung der natürlichen Personen behalten. 17 Prozent oder rund 1641 Millionen muss er den Kantonen «zurückgeben». Genauer: Diesen Anteil haben die kantonalen Steuerämter zwar bei den natürlichen Personen eingezogen, ihn aber in der Kantonskasse zurückbehalten. Die restlichen 83 Prozent oder rund 8014 Millionen Franken fliessen in den grossen Einnahmetopf des Bundes. Er kann frei über diese Mittel verfügen und finanziert damit Ausgaben im Bereich Verkehr, Bildung und Forschung oder Landesverteidigung.
... und was den Kantonen bleibt
Der Kanton Zürich hat 2011 vom Bund rund 385 Millionen Franken aus der DB der natürlichen Personen «zurückbekommen». Mit diesem Geld hätte der Kanton zum Beispiel seine Gefängnisse (159,7 Millionen), die Fachstelle Kultur (82,8 Millionen) mit dem Hauptausgabeposten Opernhaus sowie den Beitrag an die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW (140 Millionen) finanzieren können. Die Betonung liegt auf «hätte». Denn über ein anderes Konto musste das finanzstarke Zürich rund 550 Millionen Franken in den nationalen Finanzausgleichstopf einzahlen, wovon der Kanton Bern als grösster Bezüger 24 Prozent bekam. Damit wären wir bei den Bernern. Aus der DB seiner natürlichen Personen durfte der Kanton rund 123 Millionen Franken zurückbehalten. Damit konnte er fast sein ganzes Engagement in den Bereichen Kultur und Freizeit finanzieren (140 Millionen).
Erstellt: 06.03.2013, 06:44 Uhr
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