Deutlich mehr Fälle von schwerer Körperverletzung in der Schweiz

Im letzten Jahr sind in der Schweiz mehr als 750'000 Straftaten registriert worden – neun Prozent mehr als 2011. Stark zugenommen haben Delikte mit schwerer Körperverletzung.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der schweren Gewalt- und der Sexualdelikte angestiegen. Auch wurden deutlich mehr Diebstähle registriert als im Vorjahr, wie aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2012 des Bundesamts für Statistik (BFS) von heute hervorgeht.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwas mehr als eine Dreiviertelmillion Straftaten registriert (750'371). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 8,2 Prozent.

Mehr schwere Körperverletzungen

Ein Anstieg von 4 Prozent auf 46'809 Delikte wurde bei den Gewaltstraftaten verzeichnet. Am deutlichsten stiegen die Fälle von schwerer Körperverletzung, und zwar um 23 Prozent oder 110 Straftaten. Gewalt und Drohungen gegen Beamte nahmen um 17 Prozent zu (plus 438 Straftaten). Die Zahl von Raubfällen stieg um 16 Prozent (plus 490) und jene von Nötigung um 12 Prozent (plus 238).

Registrierte Fälle von häuslicher Gewalt gab es 2012 insgesamt 15'810. Das waren 6 Prozent mehr als 2011. Die Mehrheit dieser Straftaten drehte sich laut BFS um Gewalt in der Partnerschaft. Das Bundesamt betonte im Communiqué zudem, nicht alle Straftaten dieser Art würden verzeigt, weshalb die Zahlen als Minimalwerte betrachtet werden müssten.

Anstieg bei Sexualdelikten

Die sexuelle Integrität von Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz wurde 2012 laut Statistik über 5100-mal verletzt. 2011 waren es 4800 Delikte gewesen. Im vergangenen Jahr kam es dabei zu 515 Fällen von sexueller Nötigung (2011: 460), 457 Fällen von Vergewaltigung (442) und 696 Fällen von sexueller Belästigung (667). Bei allen drei Deliktarten lässt sich also ein leichter Anstieg bemerken.

Die Anzahl Tötungsdelikte blieb 2012 stabil. So kam es in der gesamten Schweiz zu 229 versuchten oder tatsächlich verübten Tötungen.

Mehr Diebstähle – weniger Drogendelikte

Bei den Diebstählen war ein Plus von 11 Prozent zu verzeichnen, was etwa 24'000 Verzeigungen mehr als 2011 entspricht. Damals war die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent oder 30'000 Fälle angestiegen. Eingerechnet in dieser Statistik sind Entwendungsdelikte aller Art: Taschen-, Trick-, Laden-, Einbruch- oder Fahrzeugdiebstahl. Gesamthaft waren es 2012 rund 245'000 Delikte.

Ebenfalls zugenommen haben die Verzeigungen wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz. Hier kletterte die Zahl um 15 Prozent auf über 36'000 Fälle. Rund zwei Drittel davon betrafen illegale Einreise und unrechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz. 14 Prozent oder etwas mehr als 5000 Straftaten fielen auf die illegale Ausübung einer Erwerbstätigkeit.

Nur zu einem kleinen Anstieg kam es dagegen bei den Vergehen, die unter dem Betäubungsmittelgesetz geahndet werden: Es wurden 1650 zusätzliche Fälle registriert, was 2 Prozent mehr entspricht. Die Zahl der Fälle, in denen Drogen sichergestellt wurden, ging allerdings um 685 zurück. Laut BFS wurden mit einem Anteil von 68 Prozent am häufigsten Cannabisprodukte konsumiert.

Weitere Grafiken und Zusammenstellungen finden Sie in der Kriminalstatistik 2012. (wid/sda)

Erstellt: 25.03.2013, 12:06 Uhr

Artikel zum Thema

Messerstecher von Grenchen wird verwahrt

Diebstahl, Hehlerei und die Tötung eines Türstehers: Der Kosovare, der am 3. April 2011 bei der Luxory-Disco in Grenchen siebenmal auf einen Deutschen eingestochen hat, wird für mindestens 16 Jahre weggesperrt. Mehr...

Todfeind und Lebensretter

Abwarte sind für das soziale Leben eines Quartiers wichtig. Die Stadt Lausanne entdeckt sie im Kampf gegen Gewalt und Rassismus. Mehr...

In die gefährlichste Stadt der Welt kehrt wieder Leben ein

In der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez geht die Gewalt langsam zurück, viele Bewohner wagen sich wieder auf die Strasse. Über den Grund für die Besserung ist man sich jedoch uneins. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

Sweet Home Kindermenüs für Erwachsene

Wettermacher So wird der Winter

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...