Die Zuwanderung nimmt leicht ab

Die Zahl der in der Schweiz lebenden Ausländer stieg im Jahr 2014 um rund 60'000. Auch die Zahl der Einbürgerungen ging zurück.

Zwei Drittel der Zugewanderten stammen aus EU/EFTA-Staaten: Eine Frau zieht ihren Ausländerausweis aus der Tasche. (21. Januar 2015)

Zwei Drittel der Zugewanderten stammen aus EU/EFTA-Staaten: Eine Frau zieht ihren Ausländerausweis aus der Tasche. (21. Januar 2015) Bild: Keystone

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Die Zuwanderung ist die Schweiz hat sich im vergangenen Jahr etwas entschleunigt. Unter dem Strich lebten Ende Dezember 60'393 Ausländerinnen und Ausländer mehr in der Schweiz als zu Jahresbeginn 2014. Ein Jahr zuvor hatte die Zunahme noch 61'570 Personen betragen.

Die ständige ausländische Wohnbevölkerung stieg 2014 um 3,2 Prozent – ein Jahr zuvor war ein Plus von 3,4 Prozent vermeldet worden. Insgesamt lebten Ende vergangenen Jahres 1'947'023 Menschen ohne Schweizer Pass dauerhaft in der Schweiz.

Mehr Leute aus Osteuropa und dem Baltikum

Rund zwei Drittel stammten aus EU/EFTA-Staaten. Der EU/EFTA-Anteil wuchs vergangenes Jahr überdurchschnittlich um 3,8 Prozent – vor allem der Bestand von Ausländern aus Osteuropa und dem Baltikum erhöhte sich stark.

Die Zunahme von Bürgern aus Drittstaaten liegt dagegen bei 1,9 Prozent. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten «Statistik Zuwanderung» des Staatssekretariats für Migration (SEM) hervor.

Italiener und Deutsche fast gleichauf

Mit 15,8 Prozent bilden Italienerinnen und Italiener die grösste Gruppe von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz. Deutschland folgt mit 15,3 Prozent, Portugal mit 13,5 Prozent, Frankreich mit 6 Prozent und der Kosovo mit 5,4 Prozent.

Der Kosovo verzeichnete vergangenes Jahr mit zusätzlich 10'208 Personen auch den grössten Zuwachs – vor Portugal und Italien. Laut SEM-Sprecher Martin Reichlin hat dies in erster Linie damit zu tun, dass sich serbische Staatsangehörige in der Schweiz seit der Unabhängigkeit des Kosovo neu unter der kosovarischen Staatsangehörigkeit eintragen lassen. Entsprechend verzeichnet das SEM bei den Serbinnen und Serben in der Schweiz die markanteste Abnahme.

Die meisten Ausländer beherbergt der Kanton Zürich gefolgt von den Ständen Waadt, Genf und Aargau.

Abnehmendes Wanderungssaldo

Gesamthaft sind vergangenes Jahr 152'106 Ausländerinnen und Ausländer in die Schweiz eingewandert. Dies entspricht einer Abnahme von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist auch die Anzahl der Auswanderungen um 1,5 Prozent auf 69'227 Personen zurückgegangen.

Das sogenannte Wanderungssaldo beträgt für das Jahr 2014 damit insgesamt 78'902 Personen – verglichen mit 81'084 Personen ein Jahr zuvor (-2,7 Prozent). Eingebürgert wurden 2014 knapp 33'000 Ausländerinnen und Ausländer, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das SEM schlüsselt in der Statistik auch die Gründe für die Zuwanderung auf. Nahezu die Hälfte macht Erwerbstätigkeit aus, gefolgt von Familiennachzug mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Knapp 46'000 Personen sind vergangenes Jahr aus diesem Grund in die Schweiz gezogen. Anerkannte Flüchtlinge (4,4 Prozent) oder Ausländer ohne Erwerbstätigkeit (4,2 Prozent) machen vergleichsweise kleine Gruppen aus. (sda)

Erstellt: 23.04.2015, 16:32 Uhr

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