Steuern sparen: So gehts am besten

SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen hat es vorgemacht: Wer Geld hat, kann massiv Steuern sparen.

Wer richtige rechnet, kommt mit einer tieferen Steuerzahlung davon: Ausfüllen der Steuererklärung.

Wer richtige rechnet, kommt mit einer tieferen Steuerzahlung davon: Ausfüllen der Steuererklärung. Bild: Keystone

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Allein auf Bundesebene stehen den Steuer­pflichtigen gegen hundert – legale – Schlupflöcher offen. SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen, scharfe Kritikerin ebendieser Steuerschlupflöcher, hat sich eines der besten bedient; trotz 12 Millionen Franken Vermögen und eines wohl nicht kleinen Einkommens bezahlten sie und ihr Mann 2011 keinen Franken an den Fiskus – weil sich ihr Mann in die Pensionskasse eingekauft hatte. Laut Martin Metzger, Steuerexperte beim VZ Vermögenszentrum, gibt es nur noch einen Steuerabzug für natürliche Personen, der ähnlich lukrativ sein kann: wenn ein Hausbesitzer seine Liegenschaft renoviert.

Parteien und Interessenverbände haben über die Jahre zahlreiche Steuerabzüge und -vergünstigungen geschaffen. So kann man in der Steuererklärung unter anderem gemeinnützige Spenden in Abzug bringen, Auslagen für die Kinderbetreuung oder die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz. Die meisten sind aber in der Höhe eng begrenzt. Für die 3. Säule können Angestellte für das Jahr 2014 bloss 6739 Franken in der Steuererklärung geltend machen, wenn sie politische Parteien unterstützen immerhin 10'100 Franken. Aber dieses Geld ist dann weg.

«Das lohnt sich immer»

Wer sich wie Kiener Nellens Mann hingegen in die Pensionskasse einkauft, kann so viel einbezahlen, wie es braucht, um seine Beitragslücke zu schliessen. Und die kann gross sein. Wie Martin Metzger sagt, ist es bei höheren Einkommen nicht unüblich, dass jemand mehrere Zehntausend oder gar Hunderttausend Franken einschiesst. Beitragslücken entstehen nicht nur, wenn jemand länger studiert oder eine Kinderpause macht, sondern auch durch Lohnerhöhungen. Dadurch steigt das voraussichtliche Altersguthaben, und es öffnet sich eine Lücke zum bisherigen, tieferen Altersguthaben.

Grundsätzlich empfiehlt Metzger nach wie vor, sich in eine gute Pensionskasse einzukaufen – auch wenn heute die Gefahr besteht, dass ein Teil der Kapitalerträge von den Erwerbstätigen an die Rentner umverteilt wird. «Aus der steuerlichen Optik lohnt sich das immer», sagt er. Besonders attraktiv ist ein Einkauf für ältere Steuerpflichtige, denn dann ist ihr einbezahltes Kapital nicht lange gebunden.

Steuerpflichtige, die zum Beispiel eine Aktiengesellschaft besitzen, können mit einem Einkauf in die Pensionskasse ihre Steuern weiter optimieren. Sie können sie auf jenes Jahr terminieren, in dem sie sich eine grosse Dividende auszahlen wollen, und sie so neutralisieren. «So kann man eine sehr schöne Steuer­ersparnis realisieren», sagt Metzger.

Umzug ist am lukrativsten

Das zweite grosse Steuerschlupfloch ist der Liegenschaftsunterhalt. Hausbesitzer dürfen so viel Geld in Abzug bringen, wie sie tatsächlich für Unterhalt und eine werterhaltende Erneuerung ausgegeben haben. Das ist vor allem für Eigentümer von älteren Mehrfamilienhäusern interessant. Sie können Jahr für Jahr eine Wohnung renovieren und so ihre Steuern über Jahre reduzieren.

Aber gleichgültig, ob die Steuerpflichtigen Ausgaben für die 2. Säule oder den Liegenschaftsunterhalt geltend machen, für beides gilt: Je höher Einkommen und Vermögen des Steuerpflichtigen sind, desto stärker profitiert er. Zahlt der Einkommensmillionär 100'000 Franken in die Pensionskasse ein, übernimmt die ­öffentliche Hand davon indirekt 40'000 Franken. Bei einem Einkommen von 100'000 Franken ist es nur noch die Hälfte. Lassen sie sich nach der Pensionierung auszahlen, müssen sie es nur zu einem reduzierten Satz besteuern.

Am nachhaltigsten senken Steuerpflichtige ihre Steuern allerdings mithilfe eines Umzugswagens. Der Steuerpflichtige mit 20 Millionen Vermögen aus der Stadt Zürich zieht mit Vorteil nach Stans, wo er jährlich 97'188 Franken weniger Steuern zahlt. Der Einkommensmillionär hingegen lässt sich mit Vorteil in Zug nieder. Dort spart er jährlich 151'304 Franken Steuern. In Genf hingegen zahlte er 55'701 Franken mehr.

Erstellt: 24.11.2014, 06:50 Uhr

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