Die fünf Schweizer Jihadisten-Hochburgen

Schweizer Gotteskrieger radikalisieren sich in Gruppen mit charismatischen Anführern. Eine Auswertung von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt, woher sie kommen.

Ein Hotspot der Schweizer Islamisten-Szene: Die mittlerweile geschlossene An'Nur-Moschee in Winterthur. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Ein Hotspot der Schweizer Islamisten-Szene: Die mittlerweile geschlossene An'Nur-Moschee in Winterthur. Foto: Walter Bieri (Keystone)

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Schweizer Jihad-Reisende stammen zu einem grossen Teil aus Winterthur, Arbon, Lausanne, Biel und Genf. In einer zweijährigen Recherche von Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnten 72 Personen eruiert und verortet werden, die aus der Schweiz mutmasslich ins syrisch-irakische Konfliktgebiet gereist sind oder dies beabsichtigten. Es zeigen sich so lokale Brennpunkte der Radikalisierung. Eine zentrale Rolle bei der Gewinnung von Terrorsympathisanten und -unterstützern in der Schweiz spielen charismatische Führerpersönlichkeiten wie Imame oder Kampfsportler. Die Rekrutierung erfolgt in geschlossenen Gruppen, manchmal im Umfeld von Moscheen.

Jüngst sind Westschweizer Hotspots in den Fokus gerückt. Am vergangenen Freitag und Samstag wurden im Waadtland drei Terrorverdächtige verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft hätten sie relativ schnell zur Tat schreiten können. Kurz davor wurde in Genf ein mutmasslicher IS-Rekrutierer festgesetzt.

Schweizer Hochburg der Jihad-Szene bleibt aber Winterthur. Erstmals ist dies nun durch die Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Auswertung mit Zahlen belegt. Der Winterthurer Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) betont, die Stadt habe in der Extremismusprävention alle relevanten Akteure «gut miteinander vernetzt». Zudem habe man die Fachstelle Extremismus- und Gewaltprävention sowie die Stelle eines Brückenbauers geschaffen. Dieser versuche durch regelmässigen Kontakt, auch mit Moscheevereinen an der Basis, Einfluss auf gewisse Entwicklungen zu nehmen.

Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) verweist auf polizeilich-präventive Massnahmen gegen jihadistischen Terror. Die Sonderkommission Master der Kantonspolizei stehe in engem Kontakt mit kommunalen, kantonalen und Bundesbehörden und koordiniere polizeiliche und nachrichtendienstliche Massnahmen. Laut Fehr hat auch die stark ausgebaute Präventionsabteilung der Kantonspolizei mit Brückenbauern und der Jugendintervention ihre Arbeit «massiv intensiviert».

Die vollständige Auswertung mit Infografik und Porträts von Schweizer Jihad-Reisenden finden Sie hier.

Erstellt: 28.06.2017, 00:05 Uhr

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