Durchbruch beim Fluglärmstreit mit Deutschland

Noch heute Montagmorgen feilten die Unterhändler am Vertragswerk, doch jetzt ist klar: Verkehrsministerin Doris Leuthard hat mit Deutschland eine Lösung gefunden. Die Details.

Belastete die nachbarschaftlichen Beziehungen von Deutschland und der Schweiz während Jahren: Fluglärm.

Belastete die nachbarschaftlichen Beziehungen von Deutschland und der Schweiz während Jahren: Fluglärm. Bild: Keystone

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Während des WEF in Davos versprachen die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard und ihr deutscher Amtskollege Peter Ramsauer im Fluglärmstreit eine Lösung noch vor der Sommerpause. Wie gutinformierte Kreise gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärten, haben sich Deutschland und die Schweiz im sogenannten Fluglärmstreit heute geeinigt, also noch vor der Sommerpause.

Deutschland verzichtet auf eine zahlenmässige Begrenzung des Flugverkehrs über deutsches Staatsgebiet. Die jetzt ausgehandelte Lösung sieht auch nicht mehr eine gewisse Anzahl Flüge vor. Neu sollen Sperrzeiten gelten, während denen man den Flughafen Zürich-Kloten nicht mehr über deutsches Gebiet anfliegen darf.

Schon ab halb sieben Uhr morgens Überflüge

Gemäss der Vereinbarung sind morgens ab halb sieben Uhr An- und Abflüge von Norden gestattet und zwar bis 18 Uhr abends. Das gilt für die Werktage. Für die übrige Zeit müssen die An- und Abflüge über Schweizer Territorium erfolgen. Deutschland lässt also morgens eine halbe Stunde früher Überflüge über Süddeutschland zu, im Gegenzug werden am Abend die Anflüge drei Stunden früher als heute, über Schweizer Territorium geführt.

Die Umstellung auf das neue Regime soll bis spätestens 2020 erfolgen – damit der Flughafen Zürich-Kloten genügend Zeit hat, die Verfahren für das neue An-und Abflugregime anzupassen und der hierfür erforderlichen Pistenausbau zu realisieren. Bis dahin wird weitergeflogen wie bisher. Die Unterhändler feilten noch heute Morgen am Vertragswerk, gegen Mittag war man sich schliesslich einig. Der.

Was der Vertrag wert ist, muss sich noch zeigen

Beim Besuch von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in Bern im April 2012 schien man von einer Lösung im Fluglärmstreit weit entfernt – zumal Kretschmann erklärte, es brauche bei diesem Dossier das Bohren dicker Bretter. Das scheint nun allen Widerständen zum Trotz gelungen zu sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.07.2012, 13:51 Uhr

Dicke Bretter gebohrt: Verkehrsministerin Doris Leuthard. (Bild: Keystone )

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