EDA gibt Privatjet von Ben Ali frei

Im Zuge der Revolution blockierte die Schweizer Behörde den Privatjet des Ben-Ali-Clans. Nun soll das Flugzeug wieder nach Tunesien überstellt werden. Das EDA begründet die Freigabe mit Wertverlust.

Vom EDA blockiert: Privatjet des Ben-Ali-Clans in Genf.

Vom EDA blockiert: Privatjet des Ben-Ali-Clans in Genf.

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Die Schweizer Behörden haben den in Genf blockierten Privatjet der Familie des tunesischen Ex-Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali freigegeben. Dies geschah auf einen Antrag Tunesiens, wie das Aussendepartement (EDA) zu einem Bericht der Zeitung «Le Temps» bekannt gab.

Die Blockierung des Flugzeuges auf dem Flughafen Genf bildete laut EDA einen Teil der Massnahmen, welche die Schweiz im Zuge der Revolution in Tunesien gegen das Umfeld von Ben Ali verhängt hatte. Gemäss «Le Temps» gehörte die Maschine Sakher Al-Materi, dem Schwiegersohn von Ben Ali.

Parkieren im Hangar hätte Wertverlust zur Folge

Das EDA begründet die Freigabe mit dem Wertverlust, welchen die Maschine erleidet, falls sie weiter in einem Hangar parkiert bleibt. Die Schweizer Behörden seien zur Überzeugung gekommen, dass es besser sei, wenn die Maschine zur Werterhaltung in die Obhut der tunesischen Justiz gehe.

Das EDA machte keine Angaben, wann das Flugzeug nach Tunesien überstellt wird. Im Zuge der Massnahmen gegen den Clan des gestürzten tunesischen Präsidenten Ben Ali hatte die Schweiz Geld- und Sachwerte im Umfang von rund 60 Millionen Franken blockiert. (mrs/sda)

Erstellt: 16.12.2011, 11:12 Uhr

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