Ecopop-Initianten blitzen bei SRF ab

Roger Schawinski habe das Gebot der Chancengleichheit «vielleicht geritzt, aber nicht verletzt», so die Ombudsstelle.

Sind mit ihrer Kritik an der Sendung «Schawinski» abgeblitzt: Die Initianten der Ecopop-Intitiative Andreas Thommen, Sabine Wirth und Benno Büeler (v.l.n.r.). Foto: Keystone

Sind mit ihrer Kritik an der Sendung «Schawinski» abgeblitzt: Die Initianten der Ecopop-Intitiative Andreas Thommen, Sabine Wirth und Benno Büeler (v.l.n.r.). Foto: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Christoph Blocher (SVP), Christian Levrat (SP), Balthasar Glättli (Grüne): Diese drei namhaften Politiker erhielten vor dem Urnengang vom 30. November die Gelegenheit, sich in der Sendung «Schawinski» gegen die Ecopop-Initiative auszusprechen. Zwar kam mit Benno Büeler am 10. November auch ein Initiant zu einem Auftritt, doch musste Büeler im Streitgespräch gegen Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) antreten, während Roger Schawinski Blocher, Levrat und Glättli einzeln interviewte. Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen beschwerte sich in der Folge bei der Ombudsstelle von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Schawinskis Auswahl sei krass einseitig und stehe zudem im Widerspruch mit den publizistischen Leitlinien des öffentlich-rechtlichen Senders, der die Anforderungen an die Ausgewogenheit der Beiträge selber als besonders gross bezeichnet. Thommen kritisierte im Speziellen, Blochers Auftritt habe 27 Tage vor dem Urnengang stattgefunden, obschon gemäss SRF-Leitlinien in den vier Wochen bis zur Abstimmung Auftritte von Exponenten nicht mehr zulässig seien.

SRF-Ombudsstelle unterstützt Beanstandung nicht

Wie sich nun zeigt, unterstützt die SRF-Ombudsstelle Thommens Beanstandung nicht. Zwar berücksichtige die Ombudsstelle die publizistischen Leit­linien des SRF, doch massgebend seien die gesetzlichen Bestimmungen im Radio- und TV-Gesetz, heisst es im Schlussbericht. Vor diesem Hintergrund seien die Gebote der Chancengleichheit und Sachgerechtigkeit «vielleicht geritzt, aber nicht verletzt» worden. Ein generelles Auftrittsverbot einer politischen Persönlichkeit bei «Schawinski» im Vorfeld einer Abstimmung wäre nach Ansicht der Ombudsstelle eine «unverhältnismässige Beschränkung der Programmautonomie beziehungsweise der Meinungs- und Informationsfreiheit». Schawinski habe die Argumente der Gäste immer wieder hinterfragt, stellt die Ombudsstelle zudem klar. Sie kommt zum Schluss, auch ohne Teilnahme eines Ecopop-Befürworters habe sich das Publikum eine eigene Meinung bilden können. Andreas Thommen spricht auf Anfrage von «schwammigen Begründungen» der Ombudsstelle, die er aber in dieser Form erwartet habe. «Nach geschlagener Schlacht» wolle er sich darüber nicht mehr aufregen.

Erstellt: 22.12.2014, 19:20 Uhr

Artikel zum Thema

Drei Gegner von Ecopop bei Schawinski

Die Ecopop-Initianten fühlen sich von Roger Schawinski benachteiligt. Sie bereiten eine Beschwerde beim Schweizer Fernsehen vor. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Paid Post

Blasenentzündung? Ein schneller Test bringt Klarheit

Sie bemerken Anzeichen einer Blasenentzündung? Ein unkomplizierter Test schafft Klarheit und verhindert eine Antibiotika-Behandlung.

Die Welt in Bildern

Kampf gegen das Aussichtslose: In Kalifornien versuchen die Feuerwehrleute immer noch das Ausmass der Buschfeuer einzugrenzen. (11. Oktober 2019)
(Bild: David Swanson) Mehr...