Video

Ein Steinbruch für die Energiezukunft

Am Walensee ist eine riesige Photovoltaikanlage geplant. Der Eingriff ins Landschaftsbild wäre massiv. Der Initiator erklärte Tagesanzeiger.ch/Newsnet das Projekt vor Ort.

«Wir müssen das Auge an Solaranlagen gewöhnen»: Alois Janser, Ortsgemeindepräsident von Quinten SG.
Video: Jan Derrer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

80'000 Quadratmeter gross soll die Photovoltaikanlage sein. Sichtbar wäre sie kilometerweit. Sie könnte voraussichtlich Solarstrom für 1400 Haushalte produzieren. Standort wäre ein ehemaliger Steinbruch westlich von Quinten. Er gehört der Ortsgemeinde Quinten, liegt aber auf dem Gebiet der Gemeinde Amden.

Den Anstoss zum Photovoltaik-Grossprojekt gab der Quintner Ortsgemeindepräsident Alois Janser. Er konnte die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) als Partner gewinnen. Unterstützung erhält er von Urs Roth, Gemeindepräsident von Amden. Im Video zeigt der pensionierte Versicherungsfachmann Janser, wie die Anlage aussehen würde. Und er schildert, wie er auf die Idee kam, den Steinbruch für die Energiegewinnung zu nutzen.

Einsprache von Pro Natura

Zunächst soll eine Pilotanlage errichtet werden. Dagegen erhob jedoch die Naturschutzorganisation Pro Natura Einspruch. Denn die Landschaft um den Walensee herum gehört zum Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler (BLN). Somit ist auch der Steinbruch geschützt.

«Photovoltaik hat aus unserer Sicht ein grosses Potenzial», betont Michael Casanova von Pro Natura. «Wir möchten aber, dass bestehende Infrastruktur für die Photovoltaik genutzt wird. Wir denken da zum Beispiel an Dächer, Lärmschutzwände, versiegelte Flächen oder geeignete Lawinenverbauungen. An solchen Orten könnten Anlagen weitestgehend konfliktfrei erstellt werden.»

Furcht vor einem Präzedenzfall

Pro Natura kritisiert, dass die Pilotanlage vom Kanton St. Gallen bewilligt wurde, ohne dass ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) vorlag. Casanova: «Pro Natura geht davon aus, dass durch die geplante Photovoltaikanlage die Schutzziele des BLN verletzt werden. Um eine allfällige Verletzung abzuklären, braucht es ein Gutachten der ENHK.» Mit der Einsprache wolle Pro Natura zeigen, dass der Steinbruch kein unkritischer Standort sei.

Casanova möchte auch verhindern, dass das Bundesinventar aufgeweicht wird. «Wir befürchten, dass es allenfalls mit der Bewilligung zu einem Präzedenzfall kommt und das gesamte Inventar an Wert verliert. Bestehende Schutzgebiete könnten gefährdet werden.»

«Ideologische Gründe»

Urs Roth hat kein Verständnis für die Einsprache von Pro Natura. «Der Pilotversuch könnte wichtige Erkenntnisse bringen. Aber Pro Natura macht aus ideologischen Gründen Einsprache.»

Erstellt: 30.08.2012, 15:12 Uhr

Fotomontage: So Könnte der ehemalige Steinbruch Schnür mit Solarpanels bestückt aussehen. (Bild: EKZ)

Umfrage

Müssen Photovoltaikanlagen Rücksicht auf geschützte Landschaften nehmen?





Artikel zum Thema

Wer Geld für Solaranlagen erhalten soll

Hintergrund Damit beim Ausbau der Solarenergie kein Hype stattfindet, will Doris Leuthard den Zubau beschränken. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in einem zweiten Teil exklusiv die Richtlinien aus ihrem Entwurf zum neuen Energiegesetz auf. Mehr...

Windstrom zum Nulltarif

Viel Sonnenschein und kräftiger Wind: Dies drückt den Strompreis an der Börse in den Keller. Bereits zeigt sich, wie die anstehende Energiewende den Strommarkt auf den Kopf stellt. Mehr...

Hoffnungskäufe treiben Meyer Burger hoch

Märkte Zürich Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Preise für Solarenergie-Komponenten und einen starken Ausbau der Solarenergie in China haben am Donnerstag den Solarenergiewerten weltweit kräftig Auftrieb verliehen. Mehr...

Blog

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Logenplätze: Die Bewohner der nepalesischen Ortschaft Bode verfolgen den Nil-Barahi-Maskentanz von ihren Fenstern aus. Während des jährlichen Fests verkleiden sich Tänzer als Gottheiten und ziehen durch die Strassen. (20. August 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...