Ein Viertel weniger Asylgesuche im 2013

Beschleunigte Verfahren zeigen Wirkung: Die Asylgesuche sind im letzten Jahr nochmals deutlich zurückgegangen. Die Anerkennungsquote stieg hingegen um fast einen Drittel.

Im Jahr 2013 gingen in der Schweiz 21'465 Asylgesuche ein.


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Entgegen dem europäischen Trend haben im letzten Jahr in der Schweiz deutlich weniger Menschen um Asyl ersucht als im Jahr davor. Den Rückgang um einen Viertel erklärt sich das Bundesamt für Migration (BFM) vor allem mit raschen Entscheiden über Gesuche mit wenig Chancen.

Insgesamt gingen bei den Behörden 21'465 Asylgesuche ein, wie das BFM am Freitag bekanntgab. Somit wurden knapp 5 Prozent aller in Europa gestellten Gesuche in der Schweiz eingereicht – im 2012 hatte der Schweizer Anteil noch 8,2 Prozent betragen.

Weniger Gesuche aus chancenlosen Ländern

Die tiefere Schweizer Quote erklärt sich mit dem starken Anstieg der Gesuche in Europa um gut einen Viertel, wie es im BFM-Communiqué heisst. Insbesondere Personen aus Ländern mit wenig Chancen auf einen positiven Entscheid stellten hierzulande weniger häufig ein Gesuch.

Die meisten Asylgesuche gingen in den Kantonen Zürich und Bern ein.

Über solche Gesuche wird in der Schweiz rasch entschieden. Der Effekt dieser Praxis zeigt sich gemäss BFM bei Gesuchen aus Nigeria und Tunesien: Anträge von Menschen mit Herkunftsland Nigeria gab es 2013 über einen Drittel weniger, bei Tunesien betrug der Rückgang gut einen Fünftel.

Die Anträge von Personen aus Serbien und Mazedonien gingen um je über 80 Prozent zurück, beim Herkunftsland Bosnien und Herzegowina betrug der Rückgang fast 60 Prozent.

Mehr Syrer suchen Schutz in der Schweiz

Sprunghaft um über 50 Prozent erhöht hat sich die Zahl der Gesuche von Syrierinnen und Syrern: Bei 1901 Anträgen wurde das Bürgerkriegsland als Herkunftsort der Gesuchsteller angegeben. Noch mehr Anträge gab es einzig von Eritreern: Die Behörden erhielten 2563 Anträge mit dem ostafrikanischen Staat als Herkunftsland, dies entspricht einem Rückgang von gut 40 Prozent.

Drittwichtigstes Herkunftsland war Nigeria mit 1764 Gesuchen, gefolgt von Tunesien mit 1737 Anträgen.

Das Behörden erledigten im letzten Jahr 23'966 Gesuche in erster Instanz, dies entspricht einem leichten Rückgang von 3,9 Prozent. Zudem wurden die letzten der rund 9000 Gesuche behandelt, die Irakerinnen und Iraker zwischen 2006 und 2008 auf Schweizer Botschaften in Syrien und Ägypten gestellt hatten.

Gut 3000 Menschen erhalten Asyl

3167 Personen erhielten im letzten Jahr in der Schweiz Asyl. Dies ist gut ein Viertel mehr als im Jahr davor. Die Anerkennungsquote stieg von 11,7 auf 15,4 Prozent. 6404 Gesuche wurden abgelehnt, auf 10'997 Gesuche gingen die Behörden wegen eines Nichteintretensentscheids gar nicht erst ein.

4922 Personen verliessen die Schweiz kontrolliert selbständig, 6821 weitere Menschen reisten unkontrolliert aus. 3685 Menschen wurden entweder in einen Drittstaat oder in ihr Heimatland zurückgeführt, 4067 weitere Personen in ein Mitgliedsland des Dublin-Übereinkommens, wie das BFM weiter bekannt gab. (wid/sda)

Erstellt: 24.01.2014, 20:00 Uhr

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