Ende Jahr rauschen Züge mit 230 km/h durch den Neat-Tunnel

Die Vorbereitungen im neuen Gotthard-Bahntunnel laufen auf Hochtouren: Im Dezember sollen erstmals umfangreiche Zugtestfahrten stattfinden.

Gotthard Basistunnel: So sieht es innen aus.
Video: Keystone

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Im Gotthard-Basistunnel sind zwischen Erstfeld UR und Sedrun GR die Schienen verlegt. Bis Ende Mai 2016 soll die gesamte Bahntechnik installiert sein, so dass die Züge ab Dezember 2016 durch den Tunnel rasen können.

Das Verlegen der Schienen in den beiden Tunnelröhren ist eine millimetergenaue Arbeit, wie AlpTransit Gotthard beim Nordportal in Erstfeld den Medien erklärte. Je exakter die Fahrbahn gebaut wird, desto kleiner wird die Abnützung des Materials sein, wenn dereinst die Personenzüge mit über 200 Stundenkilometern unterirdisch zwischen Erstfeld und Bodio TI verkehren.

Obwohl die Schienen von Erstfeld bis zur Multifunktionsstelle in Sedrun verlegt sind, ist dieser Tunnelabschnitt noch immer eine Baustelle. Die Diesellok zieht den staubigen Wagen mit den Journalisten in einer gemächlichen halbstündigen Fahrt über das Hochgeschwindigkeitstrassee rund 20 Kilometer in den Berg hinein bis zum Ende des Schienenstranges. Ab 2016 werden die Züge für den 57 Kilometer langen Tunnel halb so viel Zeit benötigen.

Dank Kühlung 28 Grad warm

Der Zug stoppt in der Oströhre bei Kilometer 20,5 nördlich der Multifunktionsstelle. Rund 1000 Meter unter dem Boden ist es drückend heiss. Für die Arbeiten wird der Tunnel auf 28 Grad gekühlt, im Betrieb wird es in den Tunnelröhren bis zu 40 Grad warm sein.

In der Multifunktionsstelle Sedrun weitet sich das Tunnelgewölbe. Dort können die Züge wenn nötig von der einen in die andere Röhre wechseln. Normalerweise werden die Verbindungen aber wegen des Luftdrucks durch feste Tore gesperrt sein. Alle 325 Meter gibt es aber Querschläge, die im Notfall die Flucht in die andere Tunnelröhre ermöglichen.

Noch nicht vollständig eingebaut ist zwischen Erstfeld und Sedrun die Fahrleitung. Auch weitere technische Einrichtungen – etwa das «strahlende» Kabel für den Zugfunk und die Mobiltelefone der Passagiere – wird noch installiert.

Erste Testfahrten Ende Jahr

Weiter gediehen sind die Arbeiten in der Weströhre ganz im Süden, zwischen Faido und dem Südportal in Bodio. Dort sind die bahntechnischen Anlagen installiert. Diese rund 16 Kilometer lange Strecke wird ab Dezember 2013 für Testfahrten benutzt. Ziel ist es, die Infrastruktur so weit zu prüfen, dass 2016 das ganze Tunnelsystem reibungslos in Betrieb genommen werden kann.

Für den Einbau der Bahntechnik zuständig ist die Arbeitsgemeinschaft Transtec Gotthard. Insgesamt seien 42 Prozent der Bahntechnik installiert, sagte Marco Hirzel, Vorsitzender der Transtec-Baukommission.

Nur 60 Prozent der Arbeiten, die die Transtec leistet, werden dereinst im Tunnel auch genutzt werden. Beim Rest handle es sich um temporäre Leistungen, die benötigt würden, damit die bleibenden Anlagen überhaupt realisiert werden könnten, erklärte Hirzel.

Die Transtec baut die Fahrbahn, die Stromversorgung, die Telekommunikation und die Stellwerkeinrichtungen. Auch Sicherheitseinrichtungen wie Handläufe und Notlampen gehören dazu. Zur künftigen schnellen Bahnverbindung auf der Gotthardroute gehört auch der 15 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel zwischen Camorino und Vezia TI. Am Ceneri seien die Verhältnisse noch anders als im Gotthard, sagte Renzo Simoni, Vorsitzender der AlpTransit.

Für den Ceneri-Basistunnel müssen nämlich noch 40 Prozent des Tunnelsystems ausgebrochen werden. Die AlpTransit zeigt sich zuversichtlich, dass der Ceneri 2019 betriebsbereit sein wird. (bru/sda)

Erstellt: 02.04.2013, 11:59 Uhr

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