Energie sparen? Der Bund zeigt, wie es geht

Die Bundesverwaltung und bundesnahe Unternehmen haben in den letzten Jahren mehr Energie gespart als geplant. Wie sie das geschafft haben.

Vorreiterrolle: Der heutige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann produziert auf einem Velo Strom. (Archivbild)

Vorreiterrolle: Der heutige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann produziert auf einem Velo Strom. (Archivbild) Bild: Keystone

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Sie gehen mit gutem Beispiel voran: Bundesverwaltung und bundesnahe Unternehmen haben ihre Energieeffizienz seit 2006 im Durchschnitt um 26,7 Prozent gesteigert. Das ist mehr, als sie geplant hatten. Um den Wert zu halten oder gar zu verbessern, sind trotzdem weitere Anstrengungen notwendig.

Die Flugsicherung Skyguide spart beispielsweise Energie, indem sie für die Wartung der Instrumentenlandesysteme vermehrt Drohnen statt zweimotoriger Flugzeuge einsetzt. Dadurch sinken bis 2020 die CO2-Emissionen pro Jahr um 94 Tonnen, der Energieverbrauch um 361'000 kWh, wie das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung schreibt.

Bei den SBB können Kundinnen und Kunden beim Fahren mit der Rolltreppe beim Energiesparen helfen. So wird zurzeit am Bahnhof Genf-Cornavin die Möglichkeit getestet, Energie zurückzugewinnen (Rekuperation): Fährt die Rolltreppe mit Personen nach unten, wird der Motor zum Generator und speist Energie zurück ins Netz. Über diese und andere Fortschritte informierten die Akteure am Mittwoch bei der Empa in Dübendorf.

Grosser Energieverbrauch – grosse Verantwortung

Die zivile Bundesverwaltung, das Verteidigungsdepartement (VBS), die bundesnahen Unternehmen Post, SBB, Skyguide und Swisscom sowie der ETH-Bereich sind zusammen für rund 2 Prozent des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich.

Das entspricht rund 1,5-mal der Energieproduktion des Kernkraftwerks Mühleberg. Entsprechend gross ist die Verantwortung dieser Akteure, ihre Energieeffizienz zu steigern, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Organisationen und Unternehmen haben daher 2014 die Gruppe «Energie-Vorbild Bund» gegründet und eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gemäss dieser wollen die Akteure ausgehend vom Basisjahr 2006 ihre Energieeffizienz um 25 Prozent steigern.

Noch viel zu tun

Ausserdem wurden 39 gemeinsame Massnahmen definiert. Diese waren bis Ende vergangenen Jahres zu 67 Prozent umgesetzt. Bis 2020 sollen sie zu 80 Prozent umgesetzt sein. Es gibt laut Mitteilung also noch viel zu tun. Der Anteil erneuerbarer Energien lag Ende 2015 bei 59 Prozent.

Am Energie-Vorbild Bund sollen sich auch weitere Unternehmen und Organisationen aus dem Umfeld des Bundes beteiligen und einzelne Massnahmen übernehmen. Als Hilfsmittel steht neu auf der Website www.energie-vorbild.admin.ch ein Werkzeugkoffer zur Verfügung. Er zeigt anhand von Beispielen und Tools konkrete Vorgehensweisen. (woz/sda)

Erstellt: 29.06.2016, 12:40 Uhr

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