Erste Grosskontrollen mit der Militärpolizei

Dass im Baselbiet Angehörige der Militärpolizei die Polizei unterstützen, sorgte im Vorfeld für Diskussionen. Rund um Muttenz fand am Freitag die erste Aktion gegen Kriminaltouristen statt.

Im Tarnanzug: Die Armee unterstützt die Kantonspolizei.

Im Tarnanzug: Die Armee unterstützt die Kantonspolizei. Bild: Nicole Pont

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Kurz nach 19 Uhr ging es gestern Abend in Muttenz los. An mehreren Standorten rund um Muttenz führte die Baselbieter Polizei zusammen mit der Militärpolizei kriminalpolizeiliche Verkehrskontrollen durch. Mehrere Stunden lang waren die Polizisten im Einsatz. «Die Hauptzahl der Einbrüche findet im unteren Kantonsteil statt», sagt Pressesprecher Nico Buschauer. «Ausserdem ist Muttenz eine wichtige Verkehrsachse.»

Kontrolliert wurde unter anderem auf der Hauptstrasse zwischen Muttenz und Münchenstein in beide Richtungen. Rund je ein Kantons- und Militärpolizist winkten ein Auto nach dem anderen auf den Parkplatz neben dem Sportplatz Margelacker. «Unser Hauptaugenmerk liegt nicht darauf, ob die Person angeschnallt ist, sondern wir achten auf Fahrzeuginsassen, die Kontrollschilder oder andere verdächtige Punkte», erklärt Buschauer.

Weitere Patrouillen geplant

Auf dem Parkplatz standen rund zwei Dutzend weitere Militär- und Kantonspolizisten bereit und überprüften jeden der Rausgewunkenen via Funk. «Wir schauen auch darauf, ob die Gesamtsituation Sinn macht», sagt Buschauer. Also etwa ob im Auto ein Angestellter auf dem Heimweg oder eine Mutter nach dem Einkauf sitzt oder aber verdächtige Personen, die beispielsweise nicht plausibel erklären können, wohin sie unterwegs sind.

Die gestrige Aktion war der Auftakt zu mehreren gemeinsamen Einsätzen von Kantons- und Militärpolizei gegen Kriminaltouristen. In den nächsten Wochen sind weitere Grosskontrollen und auch gemeinsame Patrouillen geplant. Hintergrund sind die seit Monaten hohen Einbruchszahlen verbunden mit dem Anbruch der dunklen Jahreszeit. Die Leitung der gesamten Schwerpunkt­aktion und damit auch der gestrigen Kontrolle liegt bei der Kantonspolizei, sprich alles Offizielle läuft über die Baselbieter Polizei. So darf auch nur sie Verhaftungen durchführen. Die Militärpolizisten sind zwar bewaffnet, dürfen aber nur im Notfall eingreifen. Ansonsten sind sie für die Baselbieter Polizei vor allem personell eine Unterstützung.

Für die Soldaten des Militärbataillons 1, das gestern im Einsatz stand, war die Kontrolle der erste Ernst­einsatz am Ende ihrer ersten Woche des Wiederholungskurses. «Im Rahmen des WKs haben wir diese Woche eine spezifische Ausbildung in Personen- und Fahrzeugkontrollen durchgeführt», sagt Thierry Thüring vom Militärpolizei Bataillon 1. «Und so ein Einsatz ist für unsere Soldaten natürlich sehr motivierend.»

Politisch heiss diskutiert

Die Ankündigung, dass die Baselbieter Polizei in den nächsten Wochen von Soldaten der Armee unterstützt wird, sorgt seit Tagen für Diskussionen. Vor allem Linke kritisieren die Zusammenarbeit, die in dieser Form in der Region erstmalig ist.

Mehrere Parteien mischten sich gestern per Communiqué in die Diskussion ein. Die Juso Baselland zeigte sich «schockiert» über das Vorgehen. Die Baselbieter BDP dagegen begrüsste den Einsatz und verteidigte ihn als «verfassungskonform». Die SVP Basel-Stadt forderte den Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr gar zu einer ähnlichen Aktion auf.

Erstellt: 12.10.2013, 20:42 Uhr

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