«Es ist schade, dass unsere Eveline nicht weitermacht»

Die Vorgänge um Eveline Widmer-Schlumpf sind auch im Heimatdorf der Bundesrätin mit Interesse verfolgt worden – Stimmen aus dem bündnerischen Felsberg.

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Die Gemeinde Felsberg sei stolz, in wenigen Jahrzehnten eine Bundesrätin und einen Bundesrat gestellt zu haben, sagte Gemeindepräsidentin Lucrezia Furrer zum Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf aus der Landesregierung. Das beide auch noch aus der gleichen Familie stammten, sei sekundär.

Für Felsberg ändere der Rücktritt nichts, meinte die Gemeindepräsidentin. Widmer-Schlumpf sei in der Gemeinde nie «die Bundesrätin» gewesen, sondern die Privatperson Eveline Widmer-Schlumpf. Nun gehe es um die persönliche Zukunft der Politikerin und nicht um die Gemeinde. «Wir unterstützen das», betonte Furrer.

Möglicherweise wird die politische Tradition der Familie genau am Tag der Rücktrittserklärung fortgesetzt, wie Furrer erklärte. Widmer-Schlumpfs 26-jähriger Sohn Ursin stellt sich am Mittwochabend der Kampfwahl in den Vorstand der Gemeinde. Er kandidiert zum ersten Mal.

Auch auf Social Media äusserten sich Einwohner von Felsberg oder Bündner zum Rücktritt der Finanzministerin.

Und an einem Seitenhieb an die Adresse der SVP mangelte es auch nicht.

Radio SRF horchte sich in der Felsberger Dorfbeiz «Weisses Kreuz» um. «Der Bund verliert eine der besten Personen im Bundesrat», meinte ein älterer Mann, der 'Eveline' schon lange kenne. «Ich finde, dass sie eine gute Arbeit in Bern gemacht hat», erklärte ein jungerer Bewohner der Ortschaft bei Chur. «Ich kann ihren Entscheid nachvollziehen, vor allem, wenn man in letzter Zeit die Medien verfolgt hat.» Eine Frau bedauerte den Rücktritt der Vorsteherin des EFD sehr. «Es ist schade, dass unsere Eveline nicht weitermacht.»

CVP Graubünden dankt «einer unerschrockenen Magistratin»

Als erste Bündner Partei äusserte sich die CVP zum Rücktritt. Widmer-Schlumpf habe hervorragende Arbeit zum Wohl des Landes geleistet, schreibt die Partei in einer Mitteilung.

«Die CVP Graubünden dankt einer unerschrockenen, gradlinigen und dossiersicheren Magistratin, der es gelang, pragmatisch und ohne Allüren unser Land sicher und auf die Zukunft vorbereitend durch die grösste Krise des Finanzplatzes zu führen», wird Parteipräsident und Ständerat Stefan Engler zitiert. (fal/sda)

Erstellt: 28.10.2015, 20:16 Uhr

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