Exit verankert Altersfreitod in den Statuten

Die Sterbehilfeorganisation hatte mit einem heiklen Traktandum zur ihrer Generalversammlung eingeladen. Es kamen rund doppelt so viele Personen wie üblich.

Die Sterbehilfeorganisation Exit will den Altersfreitod in die öffentliche Diskussion bringen: Ein Buch zum Thema Sterbehilfe. (Archiv)

Die Sterbehilfeorganisation Exit will den Altersfreitod in die öffentliche Diskussion bringen: Ein Buch zum Thema Sterbehilfe. (Archiv) Bild: Keystone

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Die Sterbehilfeorganisation Exit will lebensmüden Hochbetagten erleichterten Zugang zu einem Sterbemedikament gewähren. Die Generalversammlung (GV) in Zürich verankerte das Engagement für den Altersfreitod in den Exit-Statuten.

Unter Altersfreitod verstehe der Verein «das Recht auf freiverantwortliches Sterben eines betagten oder hochbetagten Sterbewilligen. Dieser soll weniger umfassende ärztliche Abklärungen über sich ergehen lassen müssen als ein jüngerer Sterbewilliger, um das Sterbemedikament zu bekommen. Zudem müsse er weniger gravierende Leiden nachweisen.

Künftig sollen also auch sterbewillige betagte und hochbetagte Menschen Sterbebegleitung erhalten können, die altersbedingt diverse Leiden haben, von denen jedes einzelne nicht tödlich ist, die aber insgesamt grosse Einschränkungen verursachten. Viele Betroffene hätten neben Altersbeschwerden auch psychosoziale Probleme und Ängste, sagte Exit-Präsidentin Saskia Frei nach der GV vor den Medien.

Sterbewunsch-Motiv gründlich abklären

Mit gründlichen Abklärungen des Sterbewunsch-Motivs werde Exit verhindern, dass Betagte etwa auf Druck von Nachkommen, die um ihr Erbe fürchten, Sterbebegleitung anforderten. Beim geringsten Hinweis dahingehend werde keine Sterbehilfe mit Exit stattfinden, sagte Frei: «Das garantiere ich Ihnen.

Im übrigen handle es sich bei den Betroffenen um Exit-Mitglieder, die sich seit Jahren mit der Frage ihres Freitods auseinandergesetzt hätten, fügte Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter an. Da spielten finanzielle Überlegungen keine Rolle.

Eine Definition von «betagt oder «hochbetagt wolle man nicht geben, sagte Frei. Das hänge von der jeweiligen Person ab. Ziel ist es laut Frei, mittelfristig die angestrebten Erleichterungen zu erreichen.

Nicht von heute auf morgen

Dazu wolle man auf gesellschaftlicher, politischer und standesrechtlicher Ebene – bei den Ärzten also – aktiv werden. Von heute auf morgen gehe das mit Sicherheit nicht. Mit der jetzt beschlossenen Statutenänderung bringe man das Thema «Sterberecht für Hochbetagte nun auf den Tisch der öffentlichen Diskussion.

Im Vorfeld der GV hatte die Sterbehilfeorganisation unter ihren Mitgliedern eine Umfrage zum Thema durchgeführt. Dass dieses die Menschen beschäftigt, zeigte sich an der grossen Teilnehmerzahl an der GV: Mit rund 700 Personen seien etwa doppelt so viele gekommen wie üblich, sagte Frei.

In der regen Diskussion habe sich gezeigt, dass die Organisation nicht allen rasch genug voran gehe, sagte Frei: Manche wünschten sich beispielsweise rezeptfreien Zugang zum Sterbemedikament. Ein solches Engagement komme für Exit aber nicht in Frage. Für solche Vorstellungen gäbe es in der Schweiz keine politischen Mehrheiten. (mw/sda)

Erstellt: 24.05.2014, 19:25 Uhr

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