Fall Staub: Mörgeli verlangt Auskunft

Christoph Mörgeli will Fragen zum Fall Staub an der nächsten Komissionssitzung thematisieren. Das BAK erklärte derweil erneut, man werde das Gespräch mit Staub suchen.

Ein Titelschwindel sei kein Kavaliersdelikt: Christoph Mörgeli will Auskunft zum Fall Urs Staub. Foto: Keystone

Ein Titelschwindel sei kein Kavaliersdelikt: Christoph Mörgeli will Auskunft zum Fall Urs Staub. Foto: Keystone

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Der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli verlangt vom Bundesamt für Kultur (BAK) Auskunft zum Fall Urs Staub. Der Leiter der Sektion Museen und Sammlungen im BAK führte seit 1990 einen Doktortitel, obwohl er nie eine Dissertation eingereicht hatte (Tagesanzeiger.ch/Newsnet von gestern). «Ich will von BAK-Direktorin Isabelle Chassot wissen, wer davon wusste, dass Herr Staub den Titel zu Unrecht führte, und was der Fall für Konsequenzen hat», sagt Mörgeli. Es könne nicht sein, dass sich Staub nun einfach «in die Pensionierung rettet». Ein Titelschwindel sei kein Kavaliersdelikt.

Mörgeli kündigt an, die entsprechenden Fragen in der nächsten Sitzung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) zu thematisieren. Der 64-jährige Staub wird Ende Februar nach 30 Jahren im Bundesdienst pensioniert. Da er noch Ferien zu beziehen hat, verlässt er das Amt bereits in zweieinhalb Wochen. Das BAK erklärte gestern auf Anfrage erneut, Direktorin Chassot werde das Gespräch mit Staub suchen. Bis das nicht erfolgt sei, könne keine Stellung zum Fall genommen werden. Chassot hatte gegenüber dem Tagesanzeiger.ch/Newsnet jedoch jede Anmassung eines universitären Titels verurteilt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.11.2014, 19:57 Uhr

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