Fetz verzichtet auf Bundesratskandidatur

Damit stehen in der Region Basel nur noch die Basler Regierungsrätin Eva Herzog sowie der Baselbieter Ständerat Claude Janiak als potenzielle SP-Anwärter zur Debatte.

Gut positioniert: Anita Fetz möchte lieber im Ständerat bleiben.

Gut positioniert: Anita Fetz möchte lieber im Ständerat bleiben. Bild: Keystone

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Gestern Abend bei ihrer 1.-August-Rede im bündnerischen Ilanz liess die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz die Katze aus dem Sack: Die 53-Jährige verzichtet auf eine Kandidatur für die Nachfolge von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger, der per Ende Jahr zurücktritt. «Ich stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung», erklärte Fetz gestern auch gegenüber der BaZ. «Ich habe mir das in den letzten drei Wochen intensiv überlegt und bin zum Schluss gekommen, dass ich meine beruflichen und privaten Lebensbereiche nicht ganz aufgeben möchte.» Sie werde aber weiterhin mit viel Freude und Engagement den Kanton Basel-Stadt und seine Bevölkerung in Bundesbern vertreten.

Basler Kandidatur

Der definitive Verzichtsentscheid sei am Samstagabend gefallen, so Fetz. Sie habe sich entschlossen, diesen bei ihrem nächsten öffentlichen Auftritt publik zu machen – und der war eben am Nationalfeiertag im Bündnerland, wo mit Domat/Ems übrigens auch Fetz’ Heimatort liegt. Auch wenn sich die Baslerin nun aus dem Bundesratsrennen nimmt, so will sie sich weiterhin für eine Kandidatur aus der Region Basel engagieren. «Ich hoffe, dass Eva Herzog kandidieren wird», nennt Fetz ihre Wunschkandidatin. Bezüglich der Basler Finanzdirektorin zeigt sie sich optimistisch: «Gerade auch wegen ihrer Aussenseiterrolle hätte sie durchaus eine Chance», analysiert die Bundespolitikerin. Und auch Herzogs national relativ geringer Bekanntheitsgrad sei kein Problem: «Das würde sich rasch ändern.»

Eva Herzog (48) selbst will den Rückzug von Fetz nicht als Präjudiz sehen, nun selber ins Rennen steigen zu müssen. «Für mich hat sich vorerst nichts geändert – ich habe mich noch nicht entschieden und werde mir eine Kandidatur weiterhin überlegen», erklärt sie auf Anfrage. Noch diesen Monat – allenfalls schon Mitte August – , will sie ihren Entscheid aber bekannt geben. «Es ist ein persönlicher Entscheid – und er ist nicht ganz einfach», so Herzog. Unter Druck setzen lassen will sie sich jedenfalls nicht, auch wenn sich viele eine Basler Kandidatur wünschen.

Rückzug bedauert

Wie etwa SP-Kantonalpräsident Martin Lüchinger. Der hofft, dass die Region Basel eine eigene Kandidatur auf die Beine stellen kann. «Unsere Region hat das verdient», meint er. Muss also Herzog antreten? «Das wird sie unabhängig entscheiden.» Den Rückzug von Fetz wiederum nimmt Lüchinger mit Bedauern zur Kenntnis. «Gleichzeitig freue ich mich aber, dass wir nächstes Jahr wieder mit ihr in den Ständeratswahlkampf steigen können.»

Als potenzieller regionaler SP-Anwärter kommt auch der Baselbieter Ständerat Claude Janiak (61) infrage. Dieser hatte kürzlich gegenüber der BaZ erklärt, frühestens Mitte August einen Entscheid zu treffen. Auch bei einer allfälligen Basler Kandidatur gelten aber noch immer die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga (50) und die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr (47) als Top-Favoritinnen. Beide halten ihre Karten noch bedeckt. Und offen ist auch, ob allenfalls der Baselbieter SVP-Nationalrat Caspar Baader (56) als Kampfkandidat gegen die SP antreten wird.

Erstellt: 02.08.2010, 17:17 Uhr

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