Frauen-Rekord im Nationalrat

Die jüngste Nationalrätin, ihre älteste Kollegin und die Partei mit der grössten Frauenvertretung in der grossen Kammer.

Lisa Mazzone (Grüne) aus Genf ist mit ihren 27 Jahren die jüngste Frau und gleichzeitig die jüngste Gewählte im Nationalrat.

Lisa Mazzone (Grüne) aus Genf ist mit ihren 27 Jahren die jüngste Frau und gleichzeitig die jüngste Gewählte im Nationalrat. Bild: Keystone

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Noch nie sind so viele Frauen in den Nationalrat gewählt worden, wie dieses Jahr - und dies trotz einem Rechtsrutsch. Stand Montagmorgen waren es 64 Frauen oder 32 Prozent.

Mit einem Frauenanteil von 32 Prozent ist der Nationalrat so weiblich wie noch nie seit Einführung des Frauenstimmrechts 1971 - und dennoch sind die Frauen, die eine knappe Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ausmachen, nach wie vor untervertreten.

Warten auf Ständerat

Ende der letzten Legislatur sassen 62 Frauen im Nationalrat. Gewählt worden waren 2011 ursprünglich 58 Frauen, was einem Frauenanteil von 29 Prozent entsprach.

Die Auswertung der Nachrichtenagentur sda ist eine Momentaufnahme. Die definitive Zusammensetzung des Parlaments hängt von den zweiten Wahlgängen für den Ständerat ab.

SP: Mehr Frauen als Männer

Am meisten Frauen stellt derzeit die SP mit 25 von 43 Nationalräten. Sie ist die einzige Partei, in der mehr Frauen als Männer vertreten sind. Die SVP hat 11 Frauen in ihrer 65-köpfigen Delegation. Bei der FDP sind es sieben aus gesamthaft 27. Die BDP liegt mit ihrem Frauenanteil von einer Frau auf sechs Kandidaten prozentual auf den hinteren Plätzen.

Bei den Grünen und Grünliberalen hält sich das Frauen-Männer-Verhältnis die Waage. Die Grünen schicken fünf Nationalrätinnen und sechs Nationalräte nach Bern. Bei den Grünliberalen ist das Verhältnis vier Männer zu drei Frauen. Die CVP stellt neun Frauen aus 17 Gewählten. Der Frauenanteil in der SP, FDP, BDP und SVP ist im Vergleich zu 2011 gewachsen.

Tieferer Frauenanteil in der romanischen Schweiz

In der Romandie und dem Tessin sind rund ein Viertel aller Gewählten Frauen. In der Deutschschweiz ist der Anteil mit rund einem Drittel leicht höher.

Im Kanton Zürich, Bern und Luzern sind rund 40 Prozent der Nationalräte Frauen. Der Kanton Zürich stellt mit 14 aus gesamthaft 35 am meisten Frauen. Der Kanton Bern schickt zehn Frauen in den Nationalrat und der Kanton Luzern vier. Im Kanton Aargau und St. Gallen sind ein Viertel der Gewählten Frauen. In Genf und Waadt sind es gut 30 Prozent.

Erst 27 jährig

Lisa Mazzone (Grüne) aus Genf ist mit ihren 27 Jahren die jüngste Frau und gleichzeitig die jüngste Gewählte im Nationalrat. Bea Heim (SP) aus Solothurn ist mit ihren 69 Jahren die älteste Nationalrätin. Das Durchschnittsalter liegt mit 48 Jahren leicht unter demjenigen der Männer. (sda)

Erstellt: 19.10.2015, 11:12 Uhr

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