Freysinger soll die Fahne abhängen

Der frisch gewählte Walliser Regierungsrat Oskar Freysinger schmückt seinen Keller mit der deutschen Reichskriegsflagge. Jetzt schaltet sich die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus ein.

«Es ist ein Symbol, das von Neonazis benutzt wird»: Martine Brunschwig Graf über Oskar Freysingers Fahne im Keller.

«Es ist ein Symbol, das von Neonazis benutzt wird»: Martine Brunschwig Graf über Oskar Freysingers Fahne im Keller. Bild: Keystone

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Rechtlich ist es in der Schweiz erlaubt, die deutsche Reichskriegsflagge aufzuhängen. Doch es ist ein höchst umstrittenes Symbol. Und so gibt die Fahne im Haus von SVP-Nationalrat Oskar Freysinger, neu in den Walliser Regierungsrat gewählt, seit Tagen zu reden.

Wie Radio SRF heute berichtet, verlangt die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus nun, dass Freysinger die Fahne verschwinden lässt. Die Präsidentin der Kommission, Martine Brunschwig Graf, begründet ihre Forderung: «Es ist ein Symbol, das von Neonazis benutzt wird. Und so ist es wichtig, dass er jetzt ein wenig Verständnis zeigt. Als Regierungsrat hat man eine andere Verantwortlichkeit. Er muss das lernen.»

Oskar Freysinger meint dazu, es sei seine Privatsache, wie er seinen Keller schmücke. Die Flagge bleibe hängen. Ein Vorgehen gegen ihn muss er nicht befürchten, die Kommission gibt nur Empfehlungen ab.

In der Form, wie sie bei Freysinger hängt, wurde die Flagge seit 1903 von den Streitkräften des Wilhelminischen Kaiserreichs verwendet. Insgesamt war die Reichskriegsflagge von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bei Marine und Armee im Einsatz. Nach 1919 benutzten rechtskonservative Freikorps die Fahne weiter, bis sie 1935 durch die Hakenkreuzflagge abgelöst wurde. Das Reichskreuz, das auf der Flagge oben links zu sehen ist, wurde in die Hakenkreuzflagge übernommen. Die deutsche Marine hisste die Reichskriegsflagge noch während des Zweiten Weltkriegs bei Zeremonien auf Kriegsschiffen. (sam/ml)

Erstellt: 28.03.2013, 07:24 Uhr

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