Generation Praktikum

Nach Studienabschluss haben viele Akademiker Mühe, einen Job zu finden. Doch bereits fünf Jahre später bekleidet rund ein Drittel eine Führungsposition. Bis dahin machen die Uniabgänger Praktika.

Der Arbeitsmarkt heisst viele Studienabgänger zunächst nicht willkommen: Studenten vor dem Hauptgebäude der Uni Zürich.

Der Arbeitsmarkt heisst viele Studienabgänger zunächst nicht willkommen: Studenten vor dem Hauptgebäude der Uni Zürich. Bild: Keystone

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Viele Studierende haben unmittelbar nach Studienabschluss Einstiegsschwierigkeiten in das Berufsleben. 2009 hatten 5,8 Prozent der Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und 3,9 Prozent der Fachhochschul-Abgänger ein Jahr nach Studienende keine Arbeit.

Diese Schwierigkeiten sind aber bald überwunden. Fünf Jahre nach Abschluss waren nur noch 2,3 Prozent der Uni- und 1,2 Prozent der FH-Absolventen erwerbslos.

Pädagogen finden am schnellsten Arbeit

Vor allem bei den Abgängern der Universitäten stieg der Anteil der Erwerbslosen 2007 bis 2009 leicht an: Gemäss dem Internationalen Arbeitsamt um 1,1 Prozentpunkte bei den Uni-Absolventen nach einem Jahr, um 0,4 Prozentpunkte bei jenen fünf Jahre nach Abschluss.

Studierende der Pädagogischen Hochschulen (PH) haben weniger Mühe, eine Arbeit zu finden. Hier lag sowohl ein als auch fünf Jahre nach dem Studienabschluss der Anteil der Erwerbslosen bei 0,5 Prozent.

Generation Praktikum

13 Prozent der Universitäts-Absolventinnen und -Absolventen machten ein Jahr nach dem Abschluss ein Praktikum, bei den FH- und PH-Abgängern waren es nur drei respektive ein Prozent. Der hohe Praktikantenanteil der Uni-Abgänger ist teilweise auf die Juristen zurückzuführen, die nach dem Studium ein Anwaltspraktikum absolvieren. Fünf Jahre nach Abschluss standen aber nur noch ein Prozent der Absolventen aller Hochschultypen im Praktikum.

Fünf Jahre nach Studienabschluss bekleideten 36 Prozent der Uni- Absolventen und 49 Prozent der FH-Abgänger eine Führungsposition.

Juristen und Wirtschaftswissenschaftler verdienen am meisten

Hochschulabsolventen verdienten im Schnitt ein Jahr nach Abschluss 2009 zwischen 75'000 und 80'000 Franken brutto pro Jahr, wobei die Uni-Abgänger meist tiefer starteten als FH-und PH- Absolventen. Fünf Jahre nach Abschluss standen sie aber mit 92'300 Franken an der Spitze (gegenüber 91'000 und 90'000 bei FH- und PH- Absolventen).

Müssen sich Juristen wegen der Praktikumsjahre zunächst im Schnitt mit 54'000 Franken begnügen, verdienen sie nach fünf Jahren rund 100'000 Franken brutto im Jahr. Gleich viel verdienen Studierende der Wirtschaftswissenschaften, sowohl von Unis als auch Fachhochschulen.

Kreative am Ende der Einkommensskala

Am unteren Ende der Einkommensskala finden sich die FH- Absolventen des Fachbereiches Design. Sie steigern sich im Schnitt in fünf Jahren von 57'000 auf 71'100 Franken brutto pro Jahr.

Diese Ergebnisse der Hochschul-Absolventenstudien des Bundesamts für Statistik (BfS) wurden in Kooperation mit dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) und dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) durchgeführt. Befragt wurden Personen, welche 2004 beziehungsweise 2008 einen Hochschulabschluss erworben haben.

(lcv/sda)

Erstellt: 28.04.2011, 19:06 Uhr

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