Geri Müller tritt nicht mehr zu den Nationalratswahlen an

Der grüne Politiker will bei den eidgenössischen Wahlen 2015 nicht mehr kandidieren. Der Entscheid habe nichts mit der Nacktselfie-Affäre zu tun.

Sitzt seit Ende 2003 im Nationalrat: Geri Müller (links) während der Herbstsession. (9. September 2014)

Sitzt seit Ende 2003 im Nationalrat: Geri Müller (links) während der Herbstsession. (9. September 2014) Bild: Keystone

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Der wegen seiner Nacktselfie-Affäre in die Schlagzeilen geratene Aargauer Grünen-Nationalrat Geri Müller tritt bei den Nationalratswahlen 2015 nicht mehr an. Er will sich voll auf sein Amt als Stadtammann von Baden konzentrieren.

Sein Entscheid habe nichts mit den jüngsten Vorfällen zu tun, sagte Geri Müller am Sonntagabend. Er habe der Parteileitung schon im Vorfeld der Nationalratswahlen 2011 gesagt, dass er Platz machen werde, falls in der Partei genügend andere Kräfte zur Verfügung stünden.

Falls die Aargauer Grünen keine geeignete Kandidatin oder Kandidaten für ihren Nationalratssitz gehabt hätten, hätte er sich die Sache noch einmal überlegt, sagte Müller. Auch als möglicher Ständeratskandidat der Grünen stehe er nicht zur Verfügung. Hingegen wolle er nach heutigem Stand der Dinge 2017 erneut für das Amt des Stadtammanns von Baden kandidieren.

Als Stadtammann fast wieder voll im Amt

Nach dem Auffliegen seiner Nacktselfie-Affäre war Müller vom Stadtrat Baden Anfang September faktisch entmachtet worden. Seither stand Müller nur noch der Verwaltung vor, führte das Ressort Dienste und leitete die Stadtratssitzungen. Vizeammann Markus Schneider (CVP) übernahm interimistisch die Ressorts von Müller.

Am Freitag gab ihm die Stadtregierung nach einer Mediation per sofort die Ressorts Finanzen und Stadtentwicklung zurück. Einzig für das Ressort Standortmarketing zeichnet nicht mehr der Stadtammann, sondern neu Müllers Parteikollegin, Stadträtin Ruth Müri, verantwortlich. Dieses Ressort sei «stark nach aussen» orientiert, hielt der Stadtrat in seiner Begründung fest.

Die bürgerlichen Stadtparteien FDP, CVP und SVP hatten Müller wiederholt aufgefordert, zurückzutreten. Seine Autorität als Stadtammann und Repräsentant für die Stadt sei nicht mehr ausreichend gegeben. Die Bürgerlichen kritisierten dementsprechend letzte Woche auch die Rückgabe der Ressorts an Müller.

Fricker, Fricker oder Kälin

Die Grüne Partei Aargau glaubt, dass sie mit einigen jüngeren Exponentinnen und Exponenten gut aufgestellt sei, um Müllers Nationalratsamt zu übernehmen. Dies teilte die Partei am Sonntag nach ihrem Strategieseminar in Seengen AG mit.

Im Vordergrund für die Nachfolge von Geri Müller stehen die beiden Grossrätinnen Kathrin Fricker und Irène Kälin sowie Parteipräsident Jonas Fricker. Über die Nationalratsliste und eine mögliche Ständeratskandidatur entscheidet die Mitgliederversammlung im kommenden Jahr. (ldc/sda)

Erstellt: 09.11.2014, 17:51 Uhr

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