Gesundheitsrisiko durch Vulkanasche?

Die Weltgesundheitsorganisation rät Bürgern im Haus zu bleiben oder Atemschutzmasken zu tragen. Kritiker sprechen von einer «hysterischen» Reaktion.

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Gesundheitsexperten sind sich uneins über die Gefahren der Aschewolke des isländischen Vulkanausbruchs für die Menschen. WHO-Experten zufolge, könnte die Aschewolke aus Island bei den Menschen in Europa zu gesundheitlichen Problemen führen. Das Ausmass sei allerdings unklar, erklärte am Freitag Daniel Epstein, Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Noch flögen die Staubpartikel in grosser Höhe in der Atmosphäre. Hätten sie sich erst einmal gesetzt, könnten sie zum Gesundheitsrisiko werden, so Epstein weiter. Die mikroskopisch kleinen Teilchen seien deswegen potenziell gefährlich, da sie in die Lunge eindringen und vor allem Asthmatikern und anderen Menschen mit Atemwegserkrankungen Probleme bereiten könnten.

Wenn möglich sollten die Menschen im Haus bleiben. Laut Epstein sollten sie sogar darüber nachdenken, Atemschutzmasken zu tragen. Die Lage werde genau beobachtet, vor allem, wenn sich die Staubwolke gesetzt habe.

«Völlig übertrieben»

Andere Experten nannten dies eine «etwas hysterische» Reaktion. Die Vulkanasche sei weniger gefährlich als beispielsweise Zigarettenrauch oder Luftverschmutzung, erklären sie. Der britische Lungenexperte Professor Stephen Spiro sagte, die WHO-Empfehlung, eine Maske zu tragen oder im Haus zu bleiben, sei «völlig übertrieben». Die Wolke habe bereits Nordschottland überquert und dort seien keinerlei gesundheitlichen Auswirkungen bekannt geworden.

(jak/ddp)

Erstellt: 16.04.2010, 21:06 Uhr

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