Grüne

Girod bricht seine Zelte in Holland ab

Der Grünen-Nationalrat Bastien Girod hat genug vom Pendeln und kehrt früher als geplant nach Zürich zurück. Dort wartet bereits ein neuer Job.

Kehrt nach Zürich zurück, obwohl in Holland die Velowege sicherer seien: Nationalrat Bastien Girod (Grüne, ZH).

Kehrt nach Zürich zurück, obwohl in Holland die Velowege sicherer seien: Nationalrat Bastien Girod (Grüne, ZH). Bild: Keystone

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Der Jungstar der Grünen war im Sommer 2010 ins holländische Utrecht gezogen. Vorgesehen war ein Forschungsaufenthalt von etwa zwei Jahren. Bastien Girod (30) hatte vom Nationalfonds ein Stipendium für ein Nachdiplomstudium im Ausland erhalten. Zu den Sessionen des Nationalrats und den Kommissionssitzungen reiste er jeweils mit dem ICE-Zug acht Stunden nach Bern und acht Stunden wieder zurück nach Holland. Jetzt bricht der Nationalrat der Grünen seinen Forschungsaufenthalt in Utrecht vorzeitig ab.

Neuer Job an der ETH

«Ich kehre diesen August zurück», sagt Girod. Er sei zwar jetzt schon wieder in Zürich. «Ich werde Mitte August noch eine Woche nach Holland gehen, um den Abschluss zu machen.» Was treibt den Jungpolitiker zurück in die Schweiz, wo doch das Essen in Holland viel gesünder, die Pflastersteine bunter und die Velowege sicherer sind als hierzulande, wie er kürzlich einmal selber schrieb? Sein politisches Mandat, sagt er, habe verlangt, dass er viel hin und her pendle. Zu viel Pendeln mache jedoch nicht glücklich, das habe er ja auch in seinem Buch geschrieben. Endgültig genug von der Reiserei hatte Girod aber, als «auch meine neue Beziehung weitere Pendeleinheiten einforderte».

«Ich habe mich dann nach einem Job umgesehen und an der ETH am Sustec (Group for Sustainability and Technology) gleich eine sehr interessante Stelle erhalten», sagt er jetzt. Girod wird sich im neuen Job mit der Interaktion von Politik, Unternehmen und Technologie in Bezug auf Klimaschutz beschäftigen.

Mit seiner Forschungsarbeit in Holland sei er gut vorangekommen. Er habe seine Ziele bereits erreicht. Mitgespielt habe bei seinem Rückkehrentscheid auch die Tatsache, dass unter der neuen niederländischen Regierung die internationale Klimagruppe, welche beim Niederländischen Umweltamt angesiedelt war, stark zusammengestrichen wurde. Allerdings wachsen auch in Zürich für Girod die Bäume nicht in den Himmel: Die Grünen in Zürich schicken nicht ihren Jungstar in den Ständeratswahlkampf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.08.2011, 14:49 Uhr

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