Gotthard-Tunnel wird in zehn Jahren saniert

Der Gotthard-Strassentunnel muss total erneuert werden - und zwar früher als bisher angenommen. Der Bund schreibt nächstens die Planungsarbeiten aus, renoviert wird zwischen 2018 bis 2020.

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Bislang ging man davon aus, dass die Totalsanierung erst gegen das Jahr 2030 fällig wird, wenn der Tunnel 50 Jahre alt sein wird. Das Bauwerk müsse nun aber eher mit 40 als mit 50 Jahren erneuert werden, bestätigte Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra), einen Bericht der «Berner Zeitung».

Die Röhre sei in keinem schlechten Zustand und breche nicht zusammen, sagte Rohrbach. Der Tunnel werde seit seiner Eröffnung im Jahr 1980 laufend unterhalten. Der 17 Kilometer lange Tunnel auf der wichtigsten Nord-Süd-Achse der Schweiz müsse aber «tip-top» sein.

Licht und Luft

Mit der Totalsanierung kann vor allem wegen der Beleuchtung und Belüftung nicht mehr zugewartet werden. In diese war zwar nach dem Brand 2001 investiert worden. Beleuchtung und Belüftung seien für den Betrieb des Tunnels aber zentral, sagte Rohrbach.

In 14 Tagen schreibt das Astra das Globalerhaltungskonzept aus. Dieses soll bis in zwei Jahren Antworten geben zu technischen Fragen und den Kosten, aber auch dazu, wie die Arbeiten abgewickelt werden sollen, denn ohne eine längere Totalsperrung des Tunnels wird es nicht gehen.

Bislang wurde der Gotthardtunnel in Sperrnächten saniert. Diese reichen für eine Gesamterneuerung nicht aus. Ob der Tunnel verteilt auf mehrere Sommer, wenn der Pass offen ist, gesperrt werden soll, oder in einem Zug während eines Jahres, ist noch offen.

Kommt es zu einer längeren Sperrung an einem Stück, könnte der Autoverlad reaktiviert werden, wie Bundesrat Moritz Leuenberger im März im Ständerat erklärt hatte. Auch sollte der Basistunnel am Gotthard bis zur Sanierung offen sein und die Autobahn entlasten.

Ein Viertel des Budgets

Heute geht das Astra davon aus, dass das Projekt 300 bis 500 Millionen Franken kosten könnte, was zu bis einem Viertel des jährlichen Autobahnbudgets entspricht. Das Vorhaben ist wegen der nötigen Totalsperrung auch politisch und wirtschaftlich brisant.

Um eine sanierungsbedingte Sperrung des Gotthardtunnels zu vermeiden, waren immer wieder Forderungen nach einer zweiten Tunnelröhre laut geworden. 2004 sagten die Stimmberechtigten aber Nein zu einer Lockerung des Alpenschutzartikels und damit zur zweiten Tunnelröhre. (vin/sda)

Erstellt: 07.08.2008, 18:32 Uhr

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