Gygi will keine Fussball-Hooligans mehr transportieren

Laut SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi soll das Transportgesetz geändert werden. Das Ziel: Gewaltbereite Fussball-Fans sollen nicht mehr transportiert werden.

Aggressive Sportfans will der SBB-Chef nicht mehr befördern: Während einer Zugfahrt trinken junge Leute Bier. (26. August 2003).

Aggressive Sportfans will der SBB-Chef nicht mehr befördern: Während einer Zugfahrt trinken junge Leute Bier. (26. August 2003). Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi will Fussball-Hooligans künftig nicht mehr transportieren. Dazu will er die im Gesetz verankerte Transportpflicht der SBB abschaffen.

«Wir arbeiten mit dem Verkehrsdepartement Uvek an einer entsprechenden Gesetzesänderung», sagte Gygi in einem Interview in der «Aargauer Zeitung» und der «Südostschweiz». Heute verpflichtet das Gesetz die SBB, alle Menschen mit gültigem Billett zu transportieren – auch Hooligans, welche die Züge verwüsten.

«Wie Schlachtfelder»

Eine Abschaffung der Transportpflicht würde mithelfen, das Problem zu entschärfen, erklärte Gygi. Es gehe nicht mehr an, dass die Kosten für die Schäden von der SBB getragen werden müssten. «Die Extrazüge sehen nach den Spielen manchmal wie Schlachtfelder aus.»

Die geplante Gesetzesänderung sieht laut «Aargauer Zeitung» ausserdem vor, dass auswärtige Fans nur dann in den Gästesektor eines Stadions gelangen können, wenn sie ein Kombiticket lösen, das nur in Extrazügen gültig ist.

Zudem sollen die Fussballvereine gezwungen werden, ganze Züge zu chartern – und per Kaution oder Haftpflichtversicherung für Schäden geradezustehen. «Dieses Modell hat sich im Ausland bewährt», sagte Gygi. In dem Zeitungsbericht heisst es weiter, dass das Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die SBB in diesem Bestreben unterstütze.

Gesetzesänderungen in Vorbereitung

Die Spitzen der SBB und des Bundesamts für Verkehr (BAV) einigten sich Ende Juni auf Gesetzesänderungen, um dem Treiben gewalttätiger Fussballfans in Zügen Einhalt zu gebieten. Ein Sprecher des BAV sagte damals, konkrete Vorschläge würden bis Ende Jahr vorliegen. Im Vordergrund stünden Änderungen des Personenförderungsgesetzes.

Die SBB wird Massnahmen auf operativer und technischer Ebene ergreifen. Zugfenster zum Beispiel sollen nur noch einen kleinen Spalt geöffnet werden können, damit keine Flaschen mehr ins Freie geworfen werden können. (rub/sda)

Erstellt: 18.07.2011, 06:52 Uhr

Artikel zum Thema

Spielabbrüche, Geisterspiele und geschlossene Sektoren

Nach der Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren spricht sich auch das Bundesamt für Sport für eine härtere Gangart gegen Hooligans aus. Die Meldepflicht ist nur eine der vorgeschlagenen Massnahmen. Mehr...

Mit Kombitickets und neuen Zugfenstern gegen gewalttätige Fussballfans

Bund und SBB wollen gemeinsam gegen gewalttätige Fussballfans in Zügen vorgehen. Am Mittwoch wurden konkrete Massnahmen vorgeschlagen. Mehr...

Hartes Urteil gegen Hooligan

Das Bezirksgericht Zürich hat gestern ein wegweisendes Urteil im Kampf gegen gewalttätige Hooligans gefällt. Mehr...

Bildstrecke

Blog

Kommentare

Paid Post

Profis lassen sich nicht von Emotionen leiten

Intelligente Roboter verbessern unseren Alltag. Warum nicht auch unsere Investments?

Die Welt in Bildern

Feuerball: Sonnenaufgang über Kairo. (19. Juni 2018)
(Bild: /Mohamed Abd El Ghany) Mehr...