«Hätte die Waffe bei ihm im Keller gelegen ...»

Nächste Woche diskutiert die SiK des Nationalrats in Bern über den Missbrauch von Armeewaffen. Präsidentin Chantal Galladé weist den Weg für eine striktere Waffenregelung.

Staatsanwaltschaften sollen Verfahren gegen Armeeangehörige melden: SiK-Präsidentin Chantal Galladé.

Staatsanwaltschaften sollen Verfahren gegen Armeeangehörige melden: SiK-Präsidentin Chantal Galladé. Bild: Keystone

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Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats debattiert kommende Woche in einer zweitägigen Sitzung über einen Bericht des Bundesrates zum Missbrauch von Armeewaffen und was dagegen unternommen werden könnte. Auslöser waren verschiedene Tötungsdelikte mit Armeewaffen, die nicht zurückgegeben worden waren.

Chantal Galladé, Präsidentin SiK des Nationalrates, zeigte sich überzeugt, dass es einen politischen Konsens gibt, um Lücken im Gesetz zu schliessen. So sollen unter anderem die Kantone in den nächsten Jahren ihre Waffenregister auf einer gemeinsamen Plattform verlinken. Ausserdem sollen Staatsanwaltschaften und Gerichte bei laufenden Strafverfahren gegen Armeeangehörige der Armee melden müssen, wenn von diesen Personen eine ernsthafte Gefahr ausgehen könnte. Die Armee könnte dann einen Entzug der Waffe anordnen.

Zum Fall von Daillon VS meint Galladé: «Hätte die Waffe bei ihm im Keller gelegen, hätte eine Einsammelaktion das Drama eventuell verhindern können.»

Herkunft der Waffen unklar

Derweil ist noch immer unklar, woher der Schütze von Daillon den alten Armee-Karabiner und die Schrotflinte hatte, welche er beim Tötungsdelikt einsetzte. Polizei und Staatsanwaltschaft machten darüber bisher keine Angaben.

Der Schütze war 2005 für eine Weile in die Psychiatrie eingeliefert worden. Damals wurden auch seine Waffen vernichtet.

Familienvater erneut operiert

Nach der Bluttat im Walliser Dorf schwebt der verletzte Familienvater immer noch in Lebensgefahr. Er musste erneut operiert werden. Der 33-jährige Verletzte ist bei Bewusstsein, wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte. Der am Becken getroffene Verletzte muss seit Donnerstagnachmittag nicht mehr künstlich beatmet werden.

Ein ebenfalls 33-jähriger Einwohner des 400-Seelen-Dorfes Daillon hatte am Mittwoch zur Waffe gegriffen und zunächst von seiner Wohnung aus geschossen. Anschliessend verliess er das Gebäude und trat auf die Strasse vor dem Haus.

Er tötete drei Frauen im Alter von 32, 54 und 79 Jahren. Bei der getöteten 32-Jährigen handelt es sich um die Partnerin des verletzten Familienvaters. Die Frau hinterlässt zwei kleine Kinder.

Ebenfalls verletzt wurde ein 63-jähriger Onkel des Schützen, der sich nach einer Operation an der Schulter in stabilem Zustand befindet. Der 33-Jährige gab ungefähr 20 Schüsse ab, bevor ihn die Walliser Polizei gewaltsam stoppte.

Möglichst bald Befragung

Der IV-Bezüger wurde an der Brust getroffen und schwer verletzt, befindet sich seit Donnerstag aber nicht mehr in Lebensgefahr. Er soll von der Staatsanwaltschaft möglichst bald befragt werden. Die Behörden machten dazu am Freitag allerdings keine weiteren Angaben.

Polizeieinsätze mit Einsatz von Schusswaffen sind sehr selten im Wallis. Die Polizei habe seiner Erinnerung nach zum ersten Mal auf eine Person schiessen müssen, hielt Jean-Marie Bornet, Mediensprecher der Walliser Kantonspolizei, fest. Zumindest in den vergangenen 20 Jahren habe die Polizei nicht auf Personen schiessen müssen. (kpn/sda)

Erstellt: 04.01.2013, 16:58 Uhr

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