Hassprediger Abu Ramadan abgesetzt

Der Bieler Imam hetzte gegen «Ungläubige» und hat mehrere Strafverfahren am Hals. Nun ist er für die Moschee untragbar geworden.

Der Bieler Imam Abu Ramadan wird keine Freitagspredigten mehr halten. Foto: TDG

Der Bieler Imam Abu Ramadan wird keine Freitagspredigten mehr halten. Foto: TDG

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Der Vereinsvorstand der Bieler Ar'Rahman-Moschee hat den libyschen Hassprediger Abu Ramadan als Imam abgesetzt. Dies teilte der Präsident des Trägervereins, Ahmed Benzerrouk, dieser Zeitung mit. Abu Ramadan sei weiterhin als Gläubiger zum Gebet im Gotteshaus am Bieler Seelandweg willkommen, doch für die Freitagspredigten suche die Moschee nun einen gemässigten Imam. Abu Ramadan sei über seine Absetzung informiert worden.

Die SonntagsZeitung hatte berichtet, dass der libysche AHV-Rentner im Januar mehrmals die Freitagspredigt in der Ar'Rahman-Moschee gehalten und dabei auch gegen «Ungläubige» gehetzt habe. Der 66-Jährige hat bereits ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Rassendiskriminierung und ein zweites wegen Verdachts auf Sozialhilfebetrug am Hals. Weil das Gebäude am Seelandweg verkauft werden soll, kämpft das Gotteshaus um sein Überleben und kann sich keine schlechte Presse leisten.

Moscheegemeinde gespalten in Anhänger und Gegner des Libyers

Bisher war Medienvertretern der Zugang zum Gebetsraum verwehrt, worauf ein Schild am Eingang hinwies. Doch dieses Verbot will Moscheepräsident Benzerrouk jetzt aufheben. Interessierte Journalisten seien ab sofort willkommen in der Moschee. Sie könnten sich mit eigenen Augen überzeugen, dass Abu Ramadan nicht mehr predige. Man wolle nicht mehr in dieselbe Falle tappen, betonte Benzerrouk. Allerdings wusste der Moscheechef am Donnerstag noch nicht, wer die nächste Freitagspredigt übernehmen werde. Man sei noch auf der Suche nach einer provisorischen Ersatzlösung.

Mit Blick auf Abu Ramadans Strafverfahren beteuerte Benzerrouk weiter, dass der Imam von der Moschee nie für seine Predigten bezahlt worden sei. Der Libyer habe keine offizielle Funktion im Trägerverein bekleidet. Es scheint allerdings so – und das bestätigen einzelne Moscheegänger –, als ob sich Abu Ramadan als Imam und graue Eminenz regelrecht aufgedrängt hat und ihm niemand so recht Paroli habe bieten wollen. Die Moscheegemeinde ist gespalten in Anhänger und Gegner des Libyers.

Seit Wochen sammelt der Trägerverein Geld für den Erwerb der Moschee, um zu verhindern, dass ein anderer Käufer den Zuschlag erhält und das Gotteshaus geschlossen wird. Die Kollekte habe inzwischen etwa 180'000 Franken erreicht, erklärte der Moscheepräsident. Der verlangte Preis liegt allerdings bei 1,25 Millionen Franken. Der Trägerverein hofft, dass sich der Fehlbetrag durch einen Hypothekarkredit einer Bank decken lässt. Die Bieler Behörden wünschen sich dagegen, dass das Gotteshaus schliessen muss.

Erstellt: 06.02.2020, 17:10 Uhr

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