«Herr Mörgeli, dann müssen Sie die Sendung verlassen»

Christoph Mörgeli und Daniel Jositsch lieferten sich gestern Abend in der «Arena» einen verbalen Schlagabtausch, wie ihn die Polit-Sendung schon lange nicht mehr erlebt hat. Es wäre fast zum Eklat gekommen.

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Noch vor wenigen Monaten bewiesen Christoph Mörgeli und Daniel Jositsch Sinn für Humor. Für eine Werbe-Kampagne der Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ standen sie gemeinsam vor der Kamera. Sie sassen nebeneinander im Tram – mürrisch und abweisend. Darunter der Slogan: «Zum Glück gibts alle 300 Meter eine Haltestelle».

Gestern Abend in der «Arena» im Schweizer Fernsehen verstanden die beiden Politiker dann aber keinen Spass mehr. In einer hitzigen Sendung zur Abwahl von Bundesstaatsanwalt Erwin Beyeler kommt es nach rund 35 Minuten beinahe zum Eklat. «Herr Mörgeli, es ist unerhört, was sie da ungefiltert rauslassen!», echauffiert sich Jositsch. «Wenn ein Untersuchungsrichter einen Fehler macht, dann muss das untersucht werden. Aber Sie können doch nicht die ganze Behörde kritisieren», sagt der SP-Nationalrat zu seinem Antipoden. Um sogleich noch einen draufzusetzen: «Ich wäre froh, wenn Sie sagen: ‹Ja, ich habe persönliche Interessen am Fall. Der Herr Holenweger ist ein guter Freund von mir.› Aber dann müssen Sie die Sendung verlassen. Massen Sie sich nicht die Position des Bundesgerichtes an!»

«Sie haben davon profitiert!»

Christoph Mörgeli versucht mehrmals vergebens den Redefluss von Jositsch zu unterbrechen. Mit der Hilfe von Moderator Urs Wiedmer gelingt es ihm schliesslich. «Wenn Sie schon Transparenz wollen, dann können Sie ja sagen, dass Sie von diesem Wirrwar profitieren, dass Sie Parteigutachten schreiben können über die Hells Angels. Da verdienen Sie schön Geld! Ich verdiene für meinen Einsatz keinen Rappen, ich setze mich für den Bürger ein.»

Die Entgegnung von Jositsch, er habe das Gutachten nicht für die Bundesstaatsanwaltschaft gemacht, und er wisse auch nicht mehr, was er verdient habe, bringt Christoph Mörgeli erst recht auf die Palme. «Sie sind doch ein Abschaffer des Kapitalimus, da dürfen Sie ja gar kein Interesse am Geldverdienen haben.»

Nach langen Minuten des heftigen Schlagabtauschs greift schliesslich Moderator Urs Wiedmer ein: «Bitte nicht so aggressiv! Ich muss da einen Punkt machen.» Mörgeli und Jositsch genehmigen sich einen Schluck Wasser und holen tief Luft - für das nächste Wortgefecht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.06.2011, 14:56 Uhr

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