Höhere Pension dank verlängertem Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag des nicht wiedergewählten Bundesanwalts Erwin Beyeler wird laut einem Bericht um zwei Monate verlängert. Damit erreicht Beyeler, dass seine Pension nicht tiefer ausfällt.

Seine Nicht-Wiederwahl kam für ihn im unpassendsten Moment: Bundesanwalt Erwin Beyeler.

Seine Nicht-Wiederwahl kam für ihn im unpassendsten Moment: Bundesanwalt Erwin Beyeler. Bild: Keystone

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Die «Aargauer Zeitung» (AZ) beruft sich auf mehrere, zuverlässige Quellen in der Bundesverwaltung. Der Vertrag wurden zwischen Beyeler und seinem Stellvertreter Ruedi Montanari geschlossen. Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft segnete die Spezialregelung ab. Deren Präsident – Bundesrichter Hans Georg Seiler – erklärte der AZ lediglich, es sei eine Mitteilung in der Sache in den nächsten Wochen in Vorbereitung.

Das letzte Wort in der Angelegenheit dürfte allerdings noch nicht gesprochen sein. Die «Weltwoche» schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, dass das Aufsichtsgremium zu einem derartigen Entscheid gar nicht befugt sei. Das Blatt schreibt von einem «goldenen Fallschirm der skandalöseren Art».

Da es jedoch bereits um die Wortwahl für die Mitteilung an die Öffentlichkeit geht, scheint, dass sich das siebenköpfige Aufsichtsgremium mit Beyeler einig wurde. Zu der Verlängerung der Anstellung hinzu kommt eine Abfindung in der Höhe eines halben Jahreslohns (142'000 Franken), wie «Der Sonntag» bereits berichtete.

Bundesanwaltschaft: «Kein Kommentar»

Die Nicht-Wiederwahl im vergangenen April kam für den Schaffhauser Beyeler auch finanziell im unpassendsten Moment: Die fünf fehlenden Stimmen im Parlament bedeuteten nicht nur das abrupte Ende seiner Karriere, sondern hätten auch zu einer massiven Kürzung der Pensionsgelder geführt.

Dies wird jedoch mit der nun eigens geschaffenen Zwei-Monats-Brücke hinfällig. Die Bundesanwaltschaft wollte sich zu den Recherchen nicht äussern: «Kein Kommentar», liess eine Sprecherin lediglich verlauten.

(pbe)

Erstellt: 22.09.2011, 07:09 Uhr

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