IAEA-Team kritisiert AKW Mühleberg

Die Atombehörde hat bei der Prüfung des Kraftwerks Mühleberg Mängel festgestellt: Das Werkpersonal werde vom Management zu wenig überwacht. Zudem stehe die Betriebsfeuerwehr nicht immer bereit.

Die internationale Expertenkommission hat am AKW Mühleberg Mängel im Anlagebetrieb festgestellt.

Die internationale Expertenkommission hat am AKW Mühleberg Mängel im Anlagebetrieb festgestellt. Bild: Andreas Blatter

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Die Delegation der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), die das AKW im bernischen Mühleberg geprüft hat, empfiehlt der Betreiberin BKW Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit. Das IAEA-Team ortete gewisse Mängel unter anderem im Anlagebetrieb, im Management und in der Überwachung.

Die internationale Expertenmission hatte das Atomkraftwerk vor den Toren Berns im vergangenen Oktober während drei Wochen unter die Lupe genommen. Die Experten bewerteten das AKW als sicher, wiesen aber schon im Anschluss an ihre Untersuchung auf Verbesserungspotenzial hin. Der detaillierte Bericht wurde nun vor wenigen Tagen veröffentlicht, wie aus Artikeln in der «SonntagsZeitung» und «Der Sonntag» hervorgeht.

Gemäss dem IAEA-Bericht verbringt beispielsweise das BKW-Management nicht genug Zeit auf der Anlage, um die Arbeiten zu beobachten und das Werkspersonal zu betreuen. Die Experten halten weiter fest, dass die Betriebsfeuerwehr nicht zu jedem Zeitpunkt wie vorgesehen zur Verfügung gestanden sei.

Beim Werkspersonal sei der Strahlenschutz zu optimieren. Verbesserungspotenzial gebe es ausserdem bei der Notfallplanung.

BKW «prüft Anregungen»

BKW-Sprecher Antonio Sommavilla bezeichnete auf Anfrage die Empfehlungen als üblichen Prozess zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit. Die BKW prüfe die Anregungen der IAEA-Delegation und wolle entsprechende, geeignete Massnahmen ableiten. Deren Umsetzung solle in rund 18 Monaten beim nächsten Besuch der internationalen Experten präsentiert werden.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) erwartet seinerseits, dass die BKW die Empfehlungen umsetzt. Diese seien zum Teil bereits durch Forderungen des Ensi zum Langzeitbetrieb abgedeckt, wie es auf der Internetseite der Behörde heisst. (dln/wid/sda)

Erstellt: 03.02.2013, 14:04 Uhr

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