«Ich besuche keine Staaten, welche Frauen nicht respektieren»

Doris Leuthard will sich aus Prinzip auf Staatsbesuchen nicht verschleiern. Ex-SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hatte damit kein Problem.

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Bundespräsidentin Doris Leuthard stellt anlässlich des Weltfrauentags klar: Es kommt für sie «aus Prinzip» nicht infrage, ein Land zu besuchen, das Frauen nicht respektiert, oder sich bei einem Besuch zu verschleiern.

Dies sagte die Bundesrätin im Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps», die heute eine Spezialausgabe zum Weltfrauentag vom 8. März veröffentlichte. «Ich besuche keine Staaten, welche Frauen nicht respektieren.»

Erinnerungen an Calmy-Rey

Sie sei zwar in Saudiarabien gewesen, aber ganz normal gekleidet. «Wenn das nicht möglich ist, fahre ich nicht hin», sagte Leuthard. Die ehemalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hatte 2008 mit einem Kopftuch bedeckt den Iran besucht und war deswegen stark kritisiert worden.

Sie wolle politisch als Person respektiert und nicht aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden, sagte Leuthard weiter. «Jedes Mal, wenn ich die Interessen der Frauen verteidigen kann, tue ich dies auch.» Es gebe noch einiges zu tun.

Frauen als Zeitungsmacherinnen

So versucht die Umwelt- und Verkehrsministerin, mehr Frauen als Ingenieurinnen für eine Tätigkeit in ihrem Departement zu begeistern. Auch für den Vaterschaftsurlaub mache sie sich stark.

Die Spezialausgabe der Zeitung stand heute unter dem Motto «Les femmes font Le Temps» (die Frauen machen «Le Temps»). Zusammengestellt hatten sie rund 40 Frauen – von der Firmenchefin über die Anwältin und die Politikerin bis zur Künstlerin. (nag/sda)

Erstellt: 06.03.2017, 14:10 Uhr

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