«Ich habe Mühe mit diesen politischen Spielen»

Des einen Freud ist des anderen Leid. Nach der Nichtwahl von SP-Mann Pierre-Yves Maillard in den Bundesrat sind die Waadtländer Politiker enttäuscht. Für sie ist klar, wer Schuld an der Niederlage ist.

Wurde nicht gewählt: Der SP-Politiker Pierre-Yves Maillard.

Wurde nicht gewählt: Der SP-Politiker Pierre-Yves Maillard. Bild: Keystone

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Waadtländer Politiker haben mit Enttäuschung auf die Nichtwahl von Regierungsrat Pierre-Yves Maillard in die Landesregierung reagiert. Der SP-Mann startet nun für die im Frühling anstehenden kantonalen Wahlen in der Pole Position.

In corpore war die Waadtländer Regierung mit einem Minibus nach Bern gefahren, um ihrem Regierungskollegen beizustehen. Nach der Nichtwahl Maillards zeigte sich der Waadtländer Regierungspräsident Pascal Broulis (FDP) gegenüber der Nachrichtenagentur sda enttäuscht.

«Doch das Leben geht weiter», konstatierte er. Der Regierungspräsident bedauerte es jedoch, dass der SP ein «echtes Finale» um die Nachfolge von Micheline Calmy-Rey vergönnt blieb.

SVP-Strategie ist Schuld

Ins gleiche Horn stiess die liberale Kantonspolitikerin Claudine Wyssa, welche die Wahl mit anderen Politikern im Saal des Waadtländer Kantonsparlaments mitverfolgt hatte. Die SVP-Strategie - mit einem Kandidaten gegen die SP anzutreten - habe sich vor allem für Maillard negativ ausgewirkt, sagte sie.

Der Waadtländer SVP-Nationalrat Guy Parmelin bestritt gegenüber der sda den Einfluss der Strategie seiner Partei auf das schlechte Abschneiden Maillards.

Vielmehr sieht er einen der Hauptgründe in der «Freiburger Connection», der Verbindung zwischen dem aus Freiburg stammenden SP-Präsidenten Christian Levrat und CVP-Fraktionschef Urs Schwaller.

Enttäuschung auch in Renens

Auch in der Wohngemeinde Maillards, in Renens, war man über das bescheidene Abschneiden des Regierungsrates enttäuscht. Rund 50 Personen hatten sich im Festsaal der Gemeinde eingefunden, um die Wahl über einen grossen Bildschirm mitzuverfolgen.

Dass es für Maillard schwierig werden würden, war den Anwesenden klar. Doch ein solch deutliches Resultat hatten die wenigsten erwartet.

«Ich habe Mühe mit diesen politischen Spielen», sagte Jean-Daniel Leyvraz, Gemeindesekretär in Renens. Unter jenen, welche das Prozedere gespannt verfolgt hatten, war auch Oscar Tosato, der für die SP in der Lausanner Stadtregierung sitzt.

Zugpferd bei Kantonswahlen im Frühling

Trotz Enttäuschung kann Stadtrat Tosato der Nichtwahl Maillards auch etwas Positives abgewinnen. Denn bereits im März 2012 finden im Waadtland kantonale Wahlen statt. Und dabei wird Maillard eine wichtige Rolle spielen.

Denn die Linke will spätestens dann die bürgerliche Mehrheit in der Waadtländer Kantonsregierung beenden. Doch vielleicht gelingt ihr das bereits früher.

Am kommenden Sonntag nämlich wählen die Waadtländer Stimmberechtigten den Nachfolger des im Amt verstorbenen SVP- Regierungsrates Jean-Claude Mermoud. Gute Chancen auf den Regierungsratssitz hat die Grüne Kandidatin Béatrice Métraux.

(wid/sda)

Erstellt: 14.12.2011, 20:31 Uhr

Sind enttäuscht: Sympathisanten von Pierre-Yves Maillard in Bern.

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