«Ich habe keine antidemokratische Wahl angenommen»

Gemäss SVP-internen Stimmen soll Natalie Ricklis Ernennung zur Fraktionsvizepräsidentin nur dank Einsprachen zustande gekommen sein. Nun nimmt die Politikerin erstmals persönlich Stellung.

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SVP-Nationalrätin Natalie Rickli hat sich erstmals zum Eklat in der Fraktionssitzung geäussert. In der Sendung «TalkTäglich» sagte sie, es gebe nur eine Version der Geschichte und die sehe so aus, dass sie nach Alex Kuprechts Verzicht gebeten worden sei, das Amt im Vorstand zu übernehmen.

In der Sendung von TeleZüri wehrte sich die Politikerin gegen den Vorwurfe, Teil eines abgekarteten Spieles zu sein: «Den einzigen Fehler, den man mir vorwerfen kann ist, dass ich an der Fraktionssitzung ja zum Amt gesagt habe.» Sie habe aber keine antidemokratische Wahl angenommen.

Natalie Rickli hatte bei der Wahl ins Vizepräsidium zunächst nicht genügend Stimmen erhalten. Darauf verlangten einige Fraktionsmitglieder eine Wiederholung der Wahl. Der eigentlich gewählte Ständerat Alex Kuprecht verzichtete in der Folge.

«Solche Leute schaden der eigenen Partei»

Selbstverständlich sei sie über das Resultat an der Fraktionssitzung enttäuscht gewesen. Doch sie habe gesagt, sie akzeptiere dieses Resultat. «Ich bin Demokratin.» Als Christoph Mörgeli anschliessend die Spielregeln neu definieren wollte, sei sie klar dagegen gewesen. Zudem sei nie über einen Antrag, wonach die Zahl der Fraktionsmitglieder verändert werde, abgestimmt worden.

Erbost zeigte sich die SVP-Politikerin vor allem darüber, dass die Medienberichte zu dieser Geschichte auf anonymen Quellen basierten. «Das ist einfach nur billig und unseriös.» Man habe sie teilweise nicht einmal angerufen, um ihre Version zu hören. Die Presse soll sich besser die Version von Adrian Amstutz anhören, als weiter auf jemanden zu hören, der nicht das Rückgrat habe, mit dem Namen hinzustehen.

Obendrein ist sie aber vor allem enttäuscht darüber, dass es Leute in der SVP gebe, die offenbar nicht zusammen dafür einstehen wollten, was man den Wählern versprochen habe. Wer auch immer der anonyme Informant sei, er müsse sich überlegen, ob er in der SVP am richtigen Ort sei. «Solche Leute schaden der eigenen Partei. Diese ganze Geschichte hat nur ein schlechtes Licht auf die Partei geworfen.»

«Zufallsresultat» führt zu Streit

Die Besetzung der Fraktionsspitze der Schweizerischen Volkspartei hat vor einer guten Woche innerhalb der Partei für Zoff gesorgt. Dabei wurde der von den Ständeräten in letzter Minute aufgestellte Alex Kuprecht (SZ) statt Natalie Rickli als Vizepräsidentin gewählt. Viele Ratsmitglieder hätten Ricklis Wahl ins Vizepräsidium zusammen mit Yvette Estermann (LU), Guy Parmelin (VD) und Peter Spuhler (TG) laut Darstellung von Nationalrat Oskar Freysinger als Formsache angesehen und hätten die Sitzung zum Zeitpunkt der Wahl bereits verlassen gehabt.

Einige SVPler hatten danach offenbar gegen die Nicht-Wahl von Rickli protestiert und eine Wiederholung verlangt, wie die «Basler Zeitung» enthüllte. Der gewählte Kuprecht hat daraufhin auf das Amt verzichtet, und Rickli wurde doch noch Vize. Sie machte aber ihrem Ärger darüber Luft, dass die Geschichte an die Medien gelangt war: «Wie krank muss ein Fraktionskollege sein, der 1. Internas verbreitet und 2. Unwahrheiten?», schrieb sie. (kpn/rup)

Erstellt: 30.01.2012, 20:33 Uhr

War sauer: Natalie Rickli. (Screenshot: TeleZüri)

«Es gibt keine richtige Kritik an meiner Politik»: Rickli (l.) bei Markus Gilli. (Screenshot: TeleZüri)

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