Initiative gegen Tabakwerbung zustande gekommen

Die Volksinitiative will Zigarettenwerbung im öffentlichen Raum verbieten, um so Kinder und Jugendliche zu schützen.

Die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» hat die erforderliche Anzahl gültiger Unterschriften erreicht. Foto: Keystone/Peter Schneider)

Die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» hat die erforderliche Anzahl gültiger Unterschriften erreicht. Foto: Keystone/Peter Schneider)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ist formell zustande gekommen. Das Initiativkomitee, bestehend aus verschiedenen Gesundheitsorganisationen, hat bei der Bundeskanzlei genügend gültige Unterschriften eingereicht.

Von den insgesamt 110’316 abgegebenen Unterschriften sind 109’969 gültig, wie die Bundeskanzlei nach der Prüfung am Freitag mitteilte. Die Unterschriften wurden am 12. September eingereicht.

Die Initiative verlangt ein lückenloses Verbot für Tabakwerbung, die Kinder oder Jugendliche erreicht. Konkret soll Zigarettenwerbung auf Plakaten im öffentlichen Raum in der ganzen Schweiz verboten werden.

60 Prozent beginnen minderjährig

«Kinder und Jugendliche sind besonders empfänglich für die in der Werbung vermittelten Traumwelten, die Coolness und den Erfolg», wurde Philippe Luchsinger, Präsident Hausärzte Schweiz, beim Einreichen der Unterschriften in einer Mitteilung des Komitees zitiert. Deshalb sei es wichtig, diese Altersgruppe vor der Werbung zu schützen.

Laut Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH beginnen rund 60 Prozent der Rauchenden als Minderjährige. Wenn vor dem 18. Altersjahr nicht mit dem Rauchen begonnen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit gross, Nichtraucher zu bleiben.

Rückenwind vom Ständerat

Unterstützung erhielten die Initianten kürzlich vom Ständerat. Er verabschiedete in der Herbstsession ein Gesetz, das zusätzliche Werbeverbote für Zigaretten in der Presse und im Internet vorsieht. Heute gilt ein Werbeverbot für Tabak in Radio und Fernsehen.

Untersagt ist auch Werbung für Tabakprodukte, die sich speziell an Jugendliche richtet. Ein erster Anlauf für ein neues Tabakproduktegesetz scheiterte 2016 im Parlament. Bei einem zweiten Anlauf sah der Bundesrat zunächst auch Werbebeschränkungen vor. Nach Kritik in der Vernehmlassung strich er diese aber. (anf/sda)

Erstellt: 11.10.2019, 15:19 Uhr

Artikel zum Thema

Fragwürdiges Rauchzeichen aus der kleinen Kammer

Kommentar Der Ständerat verbietet Tabakwerbung unter dem Druck der Verwaltung und der Anti-Tabak-Lobby. Mehr...

Ständerat will Tabakwerbung verbieten

Auch die Schweiz soll bei der Tabakprävention internationale Mindestanforderungen erfüllen. Der Ständerat ebnet den Weg dazu. Mehr...

Ständerat will Zigaretten-Werbung im Internet verbieten

Die kleine Kammer des Parlaments zieht die Schraube im Jugendschutz an. Jetzt fehlt noch der Entscheid des Nationalrates. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Paid Post

Mehr Freizeit dank iRobot

Diese intelligenten Alleskönner übernehmen das Reinigen für Sie: gründlich, zuverlässig und vollautomatisch.

Die Welt in Bildern

Blumen-Idylle: In Kathmandu, Nepal, fliegt ein Sommervogel von Blüte zu Blüte. (8. November 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...