Jan macht blau – der Initiant des Kollektivsaufens meldet sich ab

Jan Fröhlich, der 17-jährige Organisator des geplanten Massenbetrinkens in Zürich, will mit der Sache nichts mehr zu tun haben. Das Kollektivsaufen wird dies allerdings kaum verhindern.

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Den Rückzug hat der KV-Stift gestern Dienstagabend auf seiner Facebook-Seite im Internet veröffentlicht: «Durch die einseitige, ungenaue und zum Teil falsche Berichterstattung der Medien, welche aus einem friedlichen Zusammentreffen ein ‹Massenbesäufnis› herbeigeschrieben haben, bin ich in eine Situation gekommen, in welcher ich den Aufruf zu diesem Botellón nicht mehr verantworten kann», schreibt er. Seine nachdrückliche Forderung nach Ordnung, Aufräumen und kontrolliertem Alkoholkonsum sei in keiner einzigen Zeitung erwähnt worden. Deshalb sehe er sich nicht mehr imstande, den Anlass weiterhin aufrechtzuerhalten, und ziehe sich als Organisator zurück, heisst es in der Mitteilung.

Dass dem KV-Lehrling aus Nänikon bei Uster die ganze Sache über den Kopf gewachsen war, hatte schon seine Mutter erwähnt. Der Rückzug des Aufrufs war also zu erwarten. Auch sein Lehrbetrieb, das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit, hat sein Missfallen kundgetan.

Jetzt erst recht

Der Rückzug des Aufrufs heisst aber noch lange nicht, dass die über 5300 Personen, welche sich bis gestern Abend für das Massenbesäufnis in Facebook angemeldet haben, tatsächlich auf das Treffen verzichten werden. Auf Facebook zirkulierten schon kurze Zeit nach dem Rückruf Aufrufe, am 29. August sich erst recht auf der Blatterwiese zu versammeln. Heute Morgen befasst sich der Zürcher Stadtrat mit dem Phänomen Botellón. Dabei wird wohl weniger über die Frage diskutiert, ob der Anlass verboten werden soll, sondern vielmehr, wie das Verbot durchgesetzt werden kann. SP-Polizeivorsteherin Esther Maurer hatte schon am Dienstag deutlich gemacht, dass sie den Anlass nicht dulde. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.08.2008, 08:58 Uhr

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