Kantone wollen mehr medizinische Kontrollen an der Grenze

Asylsuchende werden laut den Kantonen nicht genug sorgfältig auf ansteckende Krankheiten getestet. Sie erhalten Unterstützung für ihr Anliegen – wegen Ebola.

Sollen bei der Einreise besser kontrolliert werden: Flüchtlinge in der Asylunterkunft auf dem Lukmanierpass. (Archivbild)

Sollen bei der Einreise besser kontrolliert werden: Flüchtlinge in der Asylunterkunft auf dem Lukmanierpass. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die kantonalen Migrationsbehörden fordern in einem Brief an das Bundesamt für Migration, die Gesundheits-Checks in den Empfangszentren des Bundes zu verbessern. Sie verlangen zudem, dass auf die Zuweisung von Asylsuchenden mit ansteckenden Krankheiten ab sofort verzichtet wird.

Die kantonalen Asylzentren seien in letzter Zeit vermehrt mit Asylbewerbern konfrontiert worden, die an Windpocken, Krätze, Bettwanzen oder Tuberkulose erkrankt sind, heisst es in dem Brief, der am Mittwoch in der Sendung «10vor10» von Fernsehen SRF zitiert wurde. Die Behörden kritisieren darin, dass die Massnahmen des Bundes nicht ausreichend seien, um die Verbreitung solcher Krankheiten zu verhindern.

Die Kantone fordern, dass in den Empfangszentren des Bundes alle nötigen sanitarischen und medizinischen Massnahmen ergriffen werden, um die aktuellen Probleme zu lösen. Es sei zwingend nötig, dass der Bund auf die Zuweisung von Asylsuchenden mit ansteckenden Krankheiten auf die Kantone verzichte, heisst es in dem Schreiben.

Bedenken wegen Ebola

Unterstützung erhielten die Kantone von politischer Seite. In einem Vorstoss hatte CVP-Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel vor Kurzem verlangt, dass wegen der Ebola-Gefahr die grenzsanitarischen Untersuchungen wieder eingeführt werden. Aus Spargründen wurden diese vor acht Jahren abgeschafft.

Das Bundesamt für Gesundheit bestätigte gegenüber SRF, dass bisher sieben Personen medizinisch auf Ebola untersucht wurden. Zwei Personen wurden danach unter Quarantäne gesetzt. In beiden Fällen hat sich der Verdacht auf Ebola jedoch nicht erhärtet. (fko/sda)

Erstellt: 22.10.2014, 22:39 Uhr

Artikel zum Thema

SVP fordert Einreiseverbot für Westafrikaner

Mit radikalen Massnahmen will die SVP die Ebola-Gefahr in der Schweiz eindämmen. Behörden und Politiker halten die Forderungen für übertrieben. Mehr...

Sommaruga fordert Bundeszentren für Asylsuchende

Der Bund und nicht mehr die Kantone sollen künftig die Asylverfahren abwickeln – mit wenigen Ausnahmen. Bei den meisten Parteien kommt der Vorschlag der Justizministerin gut an. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

Mamablog Von wegen «Weichei-Papa»!

Sweet Home Hier hat Fernweh ein Zuhause

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Farbenspiel: Hibiskusblüten spiegeln sich auf einer nassen Fensterscheibe bei Frankfurt am Main. (14. Juli 2019)
(Bild: Frank Rumpenhorst) Mehr...